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Innerhalb einer Stunde zwei Löscheinsätze in Bad Bodenteich und Oetzen

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Von: Bernd Schossadowski

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Ein ausrangierter Bus, den die Feuerwehr Bodenteich zum Üben genutzt hat, ist am Sonntagabend durch Flammen vollkommen zerstört worden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Ortsbrandmeister Thomas Flaak (Foto), der den Brandort gestern besuchte, ist entsetzt
Ein ausrangierter Bus, den die Feuerwehr Bodenteich zum Üben genutzt hat, ist am Sonntagabend durch Flammen vollkommen zerstört worden.  Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Ortsbrandmeister Thomas Flaak (Foto), der den Brandort gestern besuchte, ist entsetzt. © Schossadowski, Bernd

Ein Brand in Oetzen im Landkreis Uelzen hat drei Autos, einen Carport und den Dachstuhl eines Wohnhauses enorm beschädigt. Das war am Sonntagabend aber nicht der einzige Einsatz für die Feuerwehr, auch ein Übungs-Bus der Bodenteicher Wehr brannte völlig aus.

 
Bad Bodenteich/Oetzen - Kurz nacheinander brannte am Sonntag erst ein ausrangierter Bus der Feuerwehr in Bad Bodenteich, dann ein Caport mit drei Autos in Oetzen.

+++ UPDATE, 9 Uhr +++

Auch einen Tag nach dem Brand eines ausrangierten Busses, den die Feuerwehr Bodenteich zum Üben genutzt hat, ist Ortsbrandmeister Thomas Flaak noch immer fassungslos. „Wir hatten Glück, dass wir am Sonntagabend Südwind hatten. Wäre der Wind aus der Gegenrichtung gekommen, wäre unser Gerätehaus abgebrannt. So sind die Flammen hin zur Böschung gezogen“, sagt Flaak gestern beim Besuch der Brandstelle.
Vom Bus, den das Bodenteicher Reiseunternehmen Timm der Feuerwehr zur Verfügung gestellt hatte (AZ berichtete), ist nichts als ein verkohltes Wrack übrig geblieben. Durch die starke Hitze-Entwicklung sind mehrere Fensterscheiben im angrenzenden Gerätehaus geplatzt. Zudem ist die Kunststoff-Abdeckung einer Lampe geschmolzen. Im Gerätehaus selbst gibt es keine Schäden.
Das Feuer war am Sonntag gegen 19.30 Uhr ausgebrochen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. „Unter unseren Feuerwehrkameraden herrscht Entsetzen und völliges Unverständnis über die Zerstörung des Ausbildungsmaterials“, sagt Flaak kopfschüttelnd. In dem Fahrzeug hatte die Wehr technische Hilfeleistungen und Personenrettungen geübt. „Der Bus hatte weder Motor noch Getriebe oder Stromaggregat. Es war kein Treibstoff oder Motoröl mehr drin“, schildert Flaak der AZ.
Gegen 19.15 Uhr sei eine Feuerwehrfrau mit ihrem Auto über die Bergstraße – in der Nähe des Gerätehauses – gefahren. Sie habe nichts Auffälliges bemerkt. Doch gegen 19.45 Uhr habe ein Fußgänger einen Feuerschein gesehen und den Notruf gewählt. „Der hatte erst gedacht, wir machen hier ein Herbstfeuer. Als er näherkam, sah er, dass der Bus im vorderen Bereich brannte“, erzählt Flaak.
Der Bodenteicher Wehr gelang es, das Feuer zu löschen. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf etwa 15 000 Euro. Im Rahmen der Ermittlungen am Sonntagabend seien in der Nähe kindliche oder jugendliche Stimmen wahrgenommen worden, teilte die Polizei mit. Hinweise nimmt die Station Bad Bodenteich, (0 58 24) 96 59 80, entgegen.

Weiteres Feuer verursacht Schaden in Höhe von 150 000 Euro

Nur etwa eine Stunde später – gegen 20.45 Uhr – ereignete sich ein weiteres Feuer. An der Lüneburger Straße in Oetzen geriet ein hölzernes Carport in Brand. Die Flammen griffen auf drei dort geparkte Autos über, die den Mietern des angrenzenden Wohnhauses gehören. Die Fahrzeuge wurden komplett zerstört, das Carport ist verkohlt, aber noch stabil.
Ein Nachbar hatte den Brand entdeckt und sofort die Bewohner verständigt, sodass diese das Haus rechtzeitig verlassen konnten. Allerdings wurde ein Teil des Dachstuhls in Mitleidenschaft gezogen. „Zum Glück hat es dort nur geschwelt, aber nicht gebrannt“, berichtet Hauseigentümer Bernd Burmester gestern der AZ. Im Gebäude gebe es keine Brandspuren, nur zwei Fenster seien beschädigt worden. „Das Haus ist weiter bewohnbar. Es ist ebenso wie das Carport versichert“, sagt Burmester.
Diverse Ortswehren, darunter die Uelzener mit ihrer Drehleiter, waren mit mehr als 60 Einsatzkräften an den Löscharbeiten beteiligt. Ihnen gelang es, ein Ausbreiten der Flammen auf den nahe gelegenen Kindergarten zu verhindern. An diesem wurden durch die Hitze aber einige Fensterscheiben zerstört.
„Dank des umsichtigen Einsatzes der Feuerwehren gibt es im Wohnhaus so gut wie keine Schäden durch Löschwasser“, atmet Burmester auf. Der von den Feuerwehrleuten geöffnete Bereich des Daches wurde zum Schluss mit einer Kunststoffplane abgedeckt, um das Innere des Hauses vor einsetzendem Regen zu schützen.
Aus Burmesters Sicht gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung. Er vermutet als Ursache einen technischen Defekt im Motorraum eines der im Carport geparkten Autos. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden beläuft sich nach ihren Angaben auf etwa 150 000 Euro.

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