Gemeinde gewährt Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro

Innenraum der Suhlendorfer Kirche wird restauriert

Pastorin Stefanie Arnheim, Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel und Friedrich Helmke, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, stehen im Altarraum der Kirche und begutachten die freigelegte Wandmalerei.
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Begutachten die freigelegte Wandmalerei im Altarraum: Pastorin Stefanie Arnheim, Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel (Mitte) und Friedrich Helmke, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Der Innenraum der 1905 geweihten Marienkirche in Suderburg soll für rund 510000 Euro umfassend restauriert und teilrekonstruiert werden. Jetzt hat der Suhlendorfer Rat beschlossen, dass die Gemeinde für die Arbeiten 2022 einen Zuschuss von 50 000 Euro gewähren wird.

Suhlendorf – Die Innenwände sind angegraut, an einigen Stellen gibt es Feuchtigkeitsschäden. Die Stühle sind abgenutzt, ebenso der Holzboden. Auch die Elektrik und Beleuchtung sind nicht mehr zeitgemäß. Deshalb soll der Innenraum der Suhlendorfer Marienkirche restauriert werden. Dafür hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bereits ein Konzept erarbeitet. Jetzt hat der Suhlendorfer Rat seine Unterstützung für das Projekt signalisiert. Einstimmig wurde beschlossen, dass dafür ein Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 50 000 Euro gewährt wird. Das Geld soll im Jahr 2022 ausgezahlt werden.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein. Es hilft uns, die Finanzierung des Vorhabens in erreichbare Nähe zu bringen“, freut sich Pastorin Stefanie Arnheim. Der Zuschuss sei „ein Zeichen der Wertschätzung des Gemeinderates für dieses Gebäude. Das ist toll.“ Die Gesamtkosten für die Restaurierung und Teilrekonstruktion des Innenraums beziffert sie auf rund 510 000 Euro. Zwar gewähre die Landeskirche keine Fördermittel für Innenarbeiten in Kirchen, dafür aber indirekt: Architektenleistungen und Verwaltungskosten werden unterstützt.

Arbeiten sind mit Denkmalpflege abgestimmt

Die mit der Denkmalpflege abgestimmten Arbeiten in der 1905 geweihten Marienkirche sind umfangreich. Das Ziel ist, den Innenraum entsprechend der ursprünglichen Ausmalung zu gestalten. Denn bei der Renovierung im Jahr 1964 gingen einige prägende Merkmale verloren. So zeigt ein altes Foto, das kurz nach der Kirchweihe aufgenommen wurde, einen Sinnspruch auf dem Bogen über dem Altarraum. „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“, stand dort einst, verziert mit Blumen und Ranken. Dieser Schriftzug soll bei der Restaurierung rekonstruiert werden.

Zudem soll eine alte Wandteppich-Malerei im Chorraum freigelegt und konserviert werden. Vorgesehen ist auch, die Wände des Kirchenschiffs und des Altarraums zu reinigen und mit einem Creme-Ton, der Farbgebung von 1905, neu zu streichen. Darüber hinaus soll die vor 57 Jahren grau angestrichene Sandsteinsäule unter der Kanzel wieder den ursprünglichen rötlichen Farbton bekommen. Der Einbau neuer Leuchten im Kirchenraum, die indirektes Licht spenden, ist ebenfalls geplant.

Ein Musterbeispiel neogotischer Architektur

„Unser Ziel ist, den kulturhistorischen Wert und ortsbildprägenden Charakter des Gebäudes zeitgemäß zu erhalten“, erklärt Stefanie Arnheim. Mit Ausnahme der Renovierung von 1964 befindet sich die Kirche, ein Musterbeispiel neogotischer Architektur, weitgehend im Originalzustand. Im vergangenen Jahr gab es eine restauratorische Voruntersuchung, aus der die geplanten Maßnahmen entwickelt wurden.

Stefanie Arnheim rechnet mit einer Bauzeit von acht Monaten. Währenddessen wird die Kirche innen eingerüstet. Wo dann die Gottesdienste stattfinden werden, soll noch festgelegt werden.

Der Kirchenvorstand wirbt um Spenden zur Erneuerung des Innenraums, denn die Eigenmittel der Kirchengemeinde sind begrenzt. Diese ist auch auf Zuschüsse Dritter angewiesen. „Wir hoffen, dass wir die großen Förderanträge, die wir jetzt stellen werden, bewilligt bekommen, sodass wir die Arbeiten im nächsten Jahr umsetzen können“, sagt Stefanie Arnheim.

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