Grundschulleiterin: Protestaktion verängstigt Kinder 

Impfgegner demonstrieren vor Schule in Rosche und bedrängen Kinder

Das Bild zeigt das Gebäude der Schule an der Wipperau in Rosche.
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Vor der Schule an der Wipperau in Rosche kam es am Donnerstag zu einer Demonstration von 20 bis 30 Personen.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Vor der Schule an der Wipperau in Rosche haben am Donnerstag 20 bis 20 Personen gegen die Corona-Maßnahmen, Impfungen und das Tragen von Masken demonstriert. Dabei seien einige Schüler eingeschüchtert worden und in Tränen ausgebrochen, berichtet Grundschulleiterin Susanne Prehm.

Rosche – Der Streit um Impfungen gegen das Coronavirus nimmt an Schärfe zu. Nach Angaben der Polizei haben am Donnerstagvormittag 20 bis 30 Personen mit Plakaten und Rufen vor der Schule an der Wipperau in Rosche gegen die Corona-Maßnahmen, Impfungen und das Tragen von Masken demonstriert. Dadurch seien einige Schüler verängstigt worden und zum Teil in Tränen ausgebrochen, berichtet Grundschulleiterin Susanne Prehm der AZ.

Die bei der Polizei nicht angemeldete Demonstration war möglicherweise eine Reaktion auf einen Vorfall im Landkreis Cuxhaven. Dort ist ein zwölfjähriges Kind wenige Tage, nachdem es die zweite Impfung gegen das Coronavirus bekommen hatte, gestorben. Wie der Landkreis mitteilte, litt das Kind an Vorerkrankungen.

Laut Prehm haben die Demonstranten in Rosche ihre Plakate direkt vor die Fenster des Gebäudes gehalten, das sowohl die Grund- als auch die Oberschule beherbergt. Dazu hätten sie „Maske ab!“ und „Schämt euch!“ gerufen. Die Teilnehmer hätten viele Schüler eingeschüchtert, kritisiert Prehm. „Die haben den Kindern richtig Angst gemacht. Es waren einige dabei, die geweint haben.“

Prehm vermutet, dass die Aktion im Zusammenhang mit der mobilen Impfaktion stand, die am Donnerstag für Roscher Oberschüler angeboten wurde. Nach ihrer Wahrnehmung befanden sich unter den Demonstranten keine Eltern von Grundschülern. „Ich kannte niemanden von den Leuten, die vor der Tür standen“, sagt Prehm. Sie wundert sich, dass auch Kinder im Grundschulalter, offenbar aus anderen Schulen, an der Aktion teilnahmen.

Auch die Roscher Polizei war am Donnerstag vor Ort. Es habe aber keine besonderen Vorkommnisse gegeben, teilt Pressesprecher Kai Richter auf AZ-Anfrage mit: „Die Situation war ruhig, es wurden keine Straftaten begangen.“

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