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Hilfe aus Kölau für bedürftige Menschen auf den Philippinen

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Von: Bernd Schossadowski

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Bodo Fritz sitzt inmitten einer Gruppe von fünf philippinischen Kindern vor einer zerstörten Hütte.
Bodo Fritz aus Kölau lebt seit etwa zwei Jahren auf den Philippinen. Dort unterstützt er bedürftige Kinder, Familien und junge Mütter. Bereits 2017 wurde dazu der gemeinnützige Verein „PHILPdirect“ gegründet © Privat

Seit etwa zwei Jahren lebt der Kölauer Bodo Fritz in Dumanjug auf den Philippinen. Dort unterstützt er bedürftige Kinder und Familien. Die Hilfe des 71-Jährigen wird nach einem tropischen Wirbelsturm dringend benötigt.

Kölau/Dumanjug – Eigentlich ist Bodo Fritz vor zwei Jahren nur deshalb auf die Philippinen gereist, um dort Urlaub zu machen. Der Kölauer trauerte um seine Frau, die kurz zuvor verstorben war. „Er war sehr unglücklich. Ich habe deshalb zu ihm gesagt: Flieg doch mal auf die Philippinen, vielleicht kommst Du da auf andere Gedanken“, verrät sein Bekannter Berndt Meyer der AZ. Der Celler ist Vorsitzender des 2017 gegründeten gemeinnützigen Vereins „PHILPdirect“, der mit Spendengeldern bedürftige Menschen in dem südostasiatischen Land unterstützt.

Vor Ort erlebte Bodo Fritz große Armut. Er knüpfte Kontakte, startete Hilfsprojekte. Und schließlich lernte der inzwischen 71-Jährige seine heutige Frau, eine Filipina, kennen. Mit ihr lebt er zusammen in Dumanjug auf der Insel Cebu. „Da der Verein eigentlich nur alleinstehende Mütter unterstützt, wollte ich mehr Hilfe anbieten“, sagt der Kölauer. „Nach langen Überlegungen beschlossen wir, den Kids in der Schule hier in Dumanjug zu helfen.“ Einmal im Monat wurde Essen für 138 Kinder organisiert. Außerdem besorgte Fritz den Schülern Schreib- und Rechenblöcke sowie Kugelschreiber, denn auch daran fehlte es.

Starke Regenfälle stoppten die Hilfsaktion des Kölauers für einige Zeit, doch es ging weiter. „Viele Menschen standen ohne Kleidung da, zudem war viel zerstört. Aber auch hier halfen wir, so gut wir konnten“, erzählt Fritz. Die Corona-Pandemie brachte jedoch alles zum Stillstand.

Dann folgte im Dezember 2021 eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. „Als wir neu starteten, machte ein Taifun kurze Zeit später den Rest kaputt“, schildert Fritz. Tausende Hütten wurden durch den tropischen Wirbelsturm zerstört. Vor Ort kamen zwei Kinder und sechs Erwachsene ums Leben.

Der gelernte Handwerker kümmerte sich fortan um den Wiederaufbau der Hütten und die Betreuung der betroffenen Familien. So organisierte er zum Weihnachtsfest 2021 Lebensmittel, die er kostenlos an die Menschen verteilte. „Zurzeit kochen wir hier für 14 Personen. Ich sorge im Augenblick für zwei Kinder, deren Mutter im Krankenhaus ist. Der Vater ist Seemann und kommt erst in zehn Wochen zurück“, erklärt Fritz.

Obwohl er aus Deutschland nur eine schmale Rente bezieht, gibt er nach eigenen Worten aktuell 70 Prozent seines Einkommens für die Familien aus. „Zum Leben reicht es, aber um die Hütten zu reparieren, brauche ich mehr“, bittet er im Namen von „PHILPdirect“ um Spendengelder. Für den Wiederaufbau einer 15 Quadratmeter großen Hütte benötige er etwa 40 000 philippinische Peso, umgerechnet rund 680 Euro. „Für mich heißt das, dass ich für eine Hütte fast drei Monate brauche“, schildert Fritz. Er könne aber nicht zuschauen, wenn Kinder in einer Unterkunft ohne Dach leben müssen. „Drei Familien schlafen bei mir im Haus, solange das der Stand der Dinge hier ist“, sagt er.

Wer den Verein „PHILPdirect“ mit Spenden unterstützen möchte, kann sich bei Berndt Meyer unter (0 51 41) 66 66 melden. Er ist überzeugt: Von den Hilfsaktionen auf den Philippinen kann auch Deutschland profitieren. Denn hierzulande gebe es einen enormen Bedarf an Pflegekräften, der durch philippinisches Personal gedeckt werden könnte. „Die meist christlich erzogenen Filipinos haben oft gute Englisch-Kenntnisse, eine starke Familienbindung und noch wirklich Respekt vor dem Alter. Sie würden sich also dafür hervorragend eignen“, meint Meyer. Er sucht nach Wegen, den jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft zu geben. „Es geht darum, eine möglichst nachhaltige Wirkung der Hilfen zu erzielen“, betont Meyer.

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