Heidekartoffelkönigin packt mit an

Nadine Gaafke hilft bei der Kartoffelernte auf dem Hof der Familie

„Bei schönem Wetter macht die Arbeit oben auf dem Roder richtig Spaß“, sagt Heidekartoffelkönigin Nadine Gaafke über die Erntezeit.
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„Bei schönem Wetter macht die Arbeit oben auf dem Roder richtig Spaß“, sagt Heidekartoffelkönigin Nadine Gaafke über die Erntezeit.

Jarlitz/Landkreis – In diesen Tagen sieht man vielerorts die Kartoffelroder auf den Feldern der Region. Die Haupterntezeit für die beliebte Heidekartoffel geht von Anfang September bis Ende Oktober.

Auch auf dem elterlichen Betrieb der amtierenden Heidekartoffelkönigin Nadine Gaafke in Jarlitz dreht sich in diesen Tagen alles um die Ernte der Knollen. „Bei uns werden in diesem Jahr rund 70 Hektar Kartoffeln geerntet. Davon sind rund 50 Prozent Stärkekartoffeln und die andere Hälfte sind Speisekartoffeln“, sagt die Heidekartoffelkönigin.

Geerntet wird auf dem Betrieb der Familie Gaafke mit einem einreihigen Kartoffelvollernter. Oben auf dem Roder, am sogenannten Verlesetisch, stehen immer mindestens drei Personen die Steine, Kluten, Kraut, beschädigte und grüne Kartoffeln absammeln. Wenn der Bunker des Roders voll ist, werden die Kartoffeln auf einen Anhänger geladen. Dieser wird dann vom Feld in eine Kartoffelscheune gefahren, wo die Speisekartoffeln in Kisten eingelagert werden.

Video (Copyright: BVNON)

Die Stärkekartoffeln hingegen, werden erst ab Mitte Oktober in einem Flächenlager eingelagert. Zuvor werden sie nur zügeweise gerodet, gemäß dem Turnus der Lieferung an den Handel.

„Bei schönem Wetter macht die Arbeit oben auf dem Roder richtig Spaß“, sagt Nadine Gaafke. „Dann kann man sich unterhalten und die gute Luft draußen genießen. Deshalb stehe ich selbst meistens am Verlesetisch und sortiere da die Kartoffeln“, sagt sie.

Die Stärkekartoffeln werden zum Ende der Verarbeitungssaison im Februar in die Stärkefabriken nach Lüchow oder Dallmin geliefert. Bis in den Mai hinein werden, je nach Bedarf, die Speisekartoffeln wieder ausgelagert. Rund ein Drittel der Speisekartoffeln ist bei Gaafkes Vertragsware für einen Schälbetrieb.

Auch in diesem Jahr war die Trockenheit für die Landwirte eine Herausforderung. Durch die regional sehr stark schwankenden Niederschläge wird die Ernte im Jahr 2020 regional sehr unterschiedlich ausfallen. „Durch die Möglichkeit der Feldberegnung, das sind bei uns circa 95 Prozent der 250 Hektar Gesamtfläche, konnte der fehlende Niederschlag etwas kompensiert werden,“ sagt die Botschafterin der Heidekartoffel. Dies könne aber nicht den benötigten natürlichen Regen ersetzen. So habe jedes Jahr seine besonderen Herausforderungen, die ein stetiges Anpassen erfordern, fügt sie hinzu.

Insgesamt rechnen die Landwirte in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Kartoffelernte. Das Preisniveau liegt vielfach eher unter dem Durchschnitt. Über den Vorgang des Kartoffelrodens auf dem elterlichen Betrieb hat Nadine Gaafke ein kurzes Video gedreht.

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