Holzhaus, Infotafeln und Spielgeräte

Handwerksmuseum Suhlendorf plant viele Neuerungen auf seinem Gelände

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Museumsvereins-Vorsitzender Christian Niemann freut sich auf mehrere Investitionen, die im Suhlendorfer Handwerksmuseum geplant sind. Bereits fertiggestellt wurde der Unterstand für die alte Schuhmacher-Stanze neben dem Nestauer Speicher.

Suhlendorf – Der 2017 beendete barrierefreie Umbau des Außengeländes war eines der wichtigsten Projekte in der Geschichte des Suhlendorfer Handwerksmuseums (AZ berichtete). Doch damit ist die Umgestaltung des weitläufigen Areals noch nicht abgeschlossen.

Jetzt stellte Christian Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins, weitere Vorhaben für 2020 vor.

„Das kommende Jahr wird wirklich spannend“, blickt Niemann im AZ-Gespräch voraus. So soll zwischen dem Nestauer Speicher und der Schmiede ein neues Gebäude für die Töpferin errichtet werden. Diese präsentiert ihr Handwerk bislang auf dem Freigelände vor der Schmiede. Geplant ist ein fünf mal vier Meter großes Holzhaus im Fachwerkstil. Es wird rund 16 500 Euro kosten und aus Mitteln des Museumsvereins finanziert.

Eine weitere Investition ist in den Werkstätten vorgesehen. Unter der Projektbezeichnung „Handwerk vermitteln“ sollen in den Gebäuden Infotafeln zu den jeweiligen Berufen aufgestellt werden – auch in Blindenschrift. Hinzu kommen Informations- und Entdeckerschubladen, die der Vertiefung von Fachwissen dienen und in denen verschiedene Exponate präsentiert werden.

Außerdem sollen Audioguides auf Deutsch und Englisch angeschafft werden, ebenso Museums- und Ausstellungsflyer sowie ein Entdeckerheft mit Rätseln, Spielanleitungen und Infos für Kinder und Jugendliche. Die Gesamtkosten für dieses Projekt betragen rund 40 000 Euro. „Wir haben einen Antrag beim Lüneburgischen Landschaftverband gestellt und könnten eine Förderung von maximal 75 Prozent erhalten“, berichtet Niemann. Die Entscheidung über die Zuschüsse falle im Februar 2020.

Auch die Neugestaltung des Spielplatzes auf dem Museumsgelände hat sich der Verein vorgenommen. Das wird sich über mehrere Jahre erstrecken. Im ersten Schritt sollen 15 000 Euro in neue Spielgeräte investiert werden, kündigt Niemann an. Ein Büro für Landschaftsarchitektur werde dafür die Planung erstellen.

Niemann freut sich schon aufs nächste Jahr. Zufrieden ist er aber auch mit der Saison 2019, in der das Museum 7500 Besucher – rund 850 mehr als im Vorjahr – zählte. An 181 Öffnungstagen gab es 24 Veranstaltungen. „Alle waren sehr gut besucht, wir hatten immer Super-Wetter“, bilanziert Niemann. Höhepunkte waren das gemeinsam mit Landwirten veranstaltete Blühfest im August mit 405 Besuchern, das Bienenfest im Juli mit mehr als 300 Gästen und der Handwerkertag im September mit etwa 280 Besuchern. Zudem wurde für die alte Stanze des Schuhmachers Theo Gläser ein hölzerner Unterstand am Nestauer Speicher gebaut.

Die neue Museumssaison beginnt am 30. März mit einem Schlachtefest. Für 2020 hat sich der Verein noch etwas Besonderes ausgedacht: Im Hauptgebäude sollen Objekte ausgestellt werden, die Gefangene der Justizvollzugsanstalt Uelzen in ihrer Schlosserei gefertigt haben.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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