Bauckhof in Stütensen baut neues Werkstatthaus für 24 Beschäftigte

Der Grundstein ist gelegt

Reiner von Kamen zeigt und erläutert die Dinge, die er in den Grundstein legt. Foto: Frenz

Stütensen.

Das war ein großer und zukunftsweisender Augenblick am frühen Freitagabend für den Bauckhof in Stütensen: In einem eindruckvollen Rahmen feierten die Bewohner und Mitarbeiter der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft, in der zurzeit 80 Menschen mit und ohne Behinderungen leben und arbeiten, die Grundsteinlegung ihres neuen Werkstatthauses. Dazu konnte Betriebsleiter Reiner von Kamen, mittlerweile seit mehr als drei Jahrzehnten in dieser Funktion, als Gäste auch einige Mitbürger aus dem kleinen Dorf in der Gemeinde Rosche willkommen heißen.

Das aktuell regenerische Wetter entspreche genau dem, wozu die Bestimmung des neuen Hauses vornehmlich gedacht sei, erläuterte Reiner von Kamen. „Wir wollen unseren Gärtnern das Jahr über einen geschützten Arbeitsplatz bieten, nachdem sie bisher immer nur in Provisorien oder draußen arbeiten konnten, was nicht bei jedem Wetter möglich ist“, sagte er. Auch die bisher räumlich sehr beengte Verwaltung werde in das neue Haus einziehen, ließ der Betriebsleiter wissen. Von Kamen: „Sie kann unter den bisherigen Bedingungen nicht mehr das ausreichend repräsentieren, was unserer heutigen Arbeit entspricht.“

Nach Fertigstellung, so von Kamen, werde das neue Werkstatthaus Dreh-und Angelpunkt der Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Früchten der biologisch-dynamischen Gärtnerei sein, einem der Arbeitsbereiche des Bauckhofes für behinderte Menschen. Einschließlich der Verwaltung werde es Arbeitsplätze für insgesamt 24 Beschäftigte bieten.

Dass der „Grundstein“ ein ganz besonderer ist –davon brauchte der Betriebsleiter die Anwesenden nicht erst zu überzeugen; denn das war nicht zu übersehen. „Anfang der Woche bestellt, schnell noch in einer Werksatt in Baden-Württemberg aus gesandstrahltem Chromnickelstahl gefertigt und vermutlich unkaputtbar, hat das aus zwölf regelmäßigen Fünfeckflächen bestehende sogenannte Pentagondodekaeder wegen falscher Adressierung bereits eine abenteuerliche Reise hinter sich, bevor wir ihn nun bestücken, verschließen und in die Bodenplatte einbetonieren“, informierte von Kamen.

So werden neben der Gebäudegrundrisszeichnung, der Allgemeinen Zeitung vom 7. Oktober, Geldmünzen und Gartensämereien auch viele andere Dinge wie selbst gemalte Bilder und eine Taschenuhr, Pyrit und ein Ohrring der Nachwelt einst Zeugnis geben. Beendet wurde die Feierstunde nach dem Grundsteinspruch mit dem gemeinsamen Singen von Beethovens „Freude schöner Götterfunke“.

Von Jochen Frenz

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