Politik und Verwaltung diskutieren über Verlagerung der Außenstelle an den Hauptstandort Rosche

Grundschule Stöcken droht das Aus

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In der Grundschul-Außenstelle in Stöcken werden derzeit 27 Kinder in zwei Klassen unterrichtet. Doch wie lange noch?

Stöcken. Der rote Backsteinbau mit den großen Glasfenstern steht direkt an der Ortsdurchfahrt. Auf einem Holzbalken über der Eingangstür ist die Jahreszahl 1956 zu sehen. Im Gebäude selbst gibt es zwei Klassenzimmer, einen Flur, dazu kleine Nebenräume – mehr nicht.

Die Grundschule Stöcken, seit vielen Jahren Außenstelle der Roscher Grundschule, passt sich dem überschaubaren Erscheinungsbild des Ortes an.

Doch vielleicht sind für den Schulstandort die letzten Monate angebrochen. Denn Politik und Verwaltung der Samtgemeinde Rosche spielen mit dem Gedanken, die Stöckener Schule im Sommer zu schließen und in den Hauptstandort Rosche zu integrieren. Darüber wird am Dienstag, 6. Februar, im Schulausschuss der Samtgemeinde diskutiert. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Medienraum der Grundschule Rosche.

„Ich würde eine Schließung befürworten“, sagt Rosches Grundschulleiterin Susanne Prehm. Sie verweist auf die geringe Schülerzahl in Stöcken. Dort werden derzeit nur eine zweite Klasse mit 14 Schülern und eine vierte mit 13 Schülern unterrichtet. Die Viertklässler werden im Sommer die Grundschule verlassen, dafür würde eine erste Klasse mit lediglich acht bis neun Schülern hinzukommen. Nach Prehms Ansicht wäre es daher von Vorteil, die beiden Klassen in den Hauptstandort Rosche zu integrieren.

„Außerdem würden wir unsere Schulorganisation dann viel besser hinkriegen“, erklärt sie. Bereits jetzt werden die Kinder aus der Stöckener Außenstelle für Arbeitsgemeinschaften, Förderstunden, den Sportunterricht und Projekttage mit dem Bus nach Rosche gebracht. Auch vertretungstechnisch wäre die Fusion der Schulen der richtige Weg, ist Prehm überzeugt. Denn falle eine der beiden Lehrerinnen in Stöcken einmal krankheitsbedingt aus, bleibe die andere dort nicht allein. Stattdessen kämen die Stöckener Schüler in dieser Zeit nach Rosche. „Hier stehen genügend Räume zur Verfügung“, sagt Prehm. „Ich könnte mir vorstellen, das unsere Schulqualität durch eine Zusammenlegung steigt.“

Auch Michael Widdecke, CDU-Fraktionschef im Roscher Samtgemeinderat, und sein SPD-Amtskollege Peter Hallier sprechen sich für eine Schließung der Außenstelle Stöcken aus. „Im Sinne der Kinder wäre das sinnvoll. Die Zahlen und Fakten sprechen für sich“, meint Widdecke. Für Hallier steht fest: „Wenn die räumlichen und personellen Kapazitäten in Rosche vorhanden sind und die Schule grünes Licht gibt, sollten wir die Zusammenlegung prüfen.“

Ganz anders sieht das Uta Rosenfeld, Vorsitzende des Schulelternrates. „Die Stöckener Schule läuft sehr harmonisch und ist ganz wichtig für die umliegenden Orte. Viele Eltern wünschen sich den Erhalt der Außenstelle“, betont sie. Zudem seien die Schülerzahlen in Stöcken auf Jahre hinaus stabil. Deshalb dürfe der Standort nicht ohne Not geschlossen werden. „Das ist eine historisch gewachsene Schule, die unglaublich gut arbeitet“, wirbt Rosenfeld für den Erhalt.

Von Bernd Schossadowski

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