Bei Borg entsteht ein Wasserspeicherbecken / Beregnung wird sichergestellt

Großprojekt der Landwirte

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In einem ersten Arbeitsschritt zum Bau des Wasserspeicherbeckens werden 40 bis 50 Zentimeter Erde abgetragen. Das Erdreich dient dann mit dem Aushub für das eigentliche Becken zum Anlegen von Dämmen.

Borg/Schwemlitz. Mit dem Beginn der nächsten Rübenkampagne sollen die Pumpen einsatzbereit sein: Gestern wurden zwischen Borg und Schwemlitz die ersten, symbolischen Spatenstiche für ein neues Wasserspeicherbecken gesetzt.

Für rund fünf Millionen Euro entsteht in den kommenden Monaten auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen ein Bassin, in dem während der Wintermonate Rübenwasser aus der Uelzener Zuckerfabrik eingeleitet wird. Im Sommer dient das Wasser aus dem Becken dann der Beregnung von Feldern. „Von dem Projekt profitieren damit sowohl die Landwirte als auch das Nordzuckerwerk“, meinte gestern Landrat Dr. Heiko Blume.

Bauherren des Projektes sind Landwirte, die über den Wasserverband Uelzen das Projekt finanzieren. Rund zwei Millionen Euro haben sie dafür aufzubringen, die restlichen drei Millionen Euro sind Fördergelder der Europäischen Union, so Jörg Martens, Verbandsingenieur und stellvertretender Verbandsgeschäftsführer.

Im Uelzener Nordzuckerwerk fallen pro Rübenkampagne etwa 1,6 Millionen Kubikmeter Rübenwasser an. 400 000 Kubikmeter davon, die bislang in die Ilmenau eingeleitet wurden, werden künftig in das Becken zwischen Borg und Schwemlitz gepumpt, das eine Fläche von 8,3 Hektar einnimmt.

Für den Bau des Beckens, erläuterte Jörg Martens gestern, werde zunächst eine Bodenschicht von 30 bis 40 Zentimetern abgenommen. In einem zweiten Schritt werde dann das eigentliche Becken ausgehoben und das angefallene Erdreich diene zum Anlegen von Dämmen. Damit das eingeleitete Wasser nicht abfließe, würden Bahnen einer zwei Millimeter dicken Plastikfolie im Becken ausgelegt und miteinander verbunden. Über Rohrleitungen erreicht das Rübenwasser das Becken, an dem auch ein Pumpwerk entsteht, über das schließlich die Beregnungsanlagen gespeist werden sollen. Landrat Dr. Heiko Blume sagte, dass das Thema Beregnung von Feldern an Bedeutung gewinne. Erst kürzlich hatte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen eines Forschungsprojektes zu einer Tagung zum Klimawandel und den Folgen für die Landwirtschaft eingeladen. Ein Ergebnis dabei: Die Landwirtschaft wird zunehmend auf eine Beregnung angewiesen sein.

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