Große Windräder für Stoetze?

In der Samtgemeinde Rosche sind bisher nur Nateln (Foto) und Dörmte als Standorte für raumbedeutende Windkraftanlagen ausgewiesen. Werden Bankewitz und Boecke folgen?

Stoetze - Von Jochen Frenz. Künftig sollen in der Gemeinde Stoetze auch Windräder mit einer Mindestnabenhöhe von 100 Metern aufgestellt werden dürfen, so genannte raumbedeutende Windkraftanlagen. Für derartige Anlagen sind in der Gemeinde hinsichtlich der Windverhältnisse und der vorgeschriebenen Abstände von Wald und Besiedlung lediglich zwei Standorte bei Bankewitz und bei Boecke geeignet, wie jüngste Untersuchungen ergeben haben. Bisher sind im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Rosche und im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises derartige Anlagen nur für die bereits erstellten bei Nateln und Dörmte in den Mitgliedsgemeinden Rosche und Oetzen ausgewiesen.

Plan und Programm müssten daher für die Gemeinde Stoetze entsprechend fortgeschrieben werden. Darüber entscheiden allerdings die Samtgemeinde und der Landkreis. Das notwendige Prozedere kann allerdings die Gemeinde auf den Weg bringen. Das tat der Stoetzer Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Heinz Schulze (CDU) dann auch auf seiner jüngsten und gut besuchten Sitzung in Boecke: Bei einer Gegenstimme sprach er sich dafür aus, die mit bereits erfolgter Meldung der vorgesehenen Standorte an den Landkreis begonnene Initiative fortzusetzen und als nächstes Gespräche mit den Grundstückseignern zu führen. „Sind die Eigner geschlossen für einen Bau, dann werden wir das Projekt weiterverfolgen, ist einer dagegen, ist es für die Gemeinde gestorben. Bisher ist noch nichts entschieden“, erläuterte Heinz Schulze vor der Abstimmung und fügte hinzu: „Wir wollen mit unserer Initiative verhindern, dass dem Gemeinderat einmal vorgeworfen werden könnte, er habe die Entwicklung verschlafen und habe versäumt, rechtzeitig in der Gemeinde die Voraussetzungen für den Bau von raumbedeutenden Windkraftanlagen zu schaffen.“

Das sah bis auf eine Ausnahme auch die CDU-Fraktion so, wie ihr Vorsitzender Gerald Seedorf ausführte. „Wir wollen uns nicht gegen eine Weiterentwicklung sperren und möchten den Landeigentümern und der Bevölkerung allgemein Anstoß geben, sich auch in der Gemeinde Stoetze Gedanken über den Einsatz alternativer Energien zu machen und möchten ihnen mit unserer Initiative einen ersten Schritt dorthin ermöglichen. Bei geplanten maximal zwei bis drei Windrädern pro Standort dürfte von Verspargelung der Landschaft wohl kaum die Rede sein können“, war er überzeugt. Sein Parteifreund Harry Hahlbohm sah das offensichtlich anders und stimmte gegen den Beschluss: „In Boecke ist die Allgemeinheit nicht dafür“, begründete er sein Votum. Gerhard Klein machte es für die SPD ebenso kurz, wenn auch mit anderem Inhalt: „Wir sind dafür, dass die beiden geplanten Standorte in den Flächennutzungsplan und in das Regionale Raumordnungsprogramm aufgenommen werden“, sagte er.

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