Betroffene verständigen Polizei

Gewinnspiel-Abzocke per Brief und Telefon – Betrüger fliegen in Suhlendorf und Langenbrügge auf

Eine Seniorin telefoniert.
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Betrüger melden sich per Brief oder Telefon bei ihren Opfern und verlangen von ihnen Geld wegen der angeblichen Teilnahme an einem Online-Gewinnspiel.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Derzeit sind vermehrt Betrüger per Telefon und Brief aktiv. Sie fordern von ihren Opfern Geld für die angebliche Teilnahme an Online-Gewinnspielen. Zwei aktuelle Fälle gibt es in Suhlendorf und Langenbrügge.

Suhlendorf/Langenbrügge – Sie melden sich per Brief oder Telefon und verlangen Geld für die angebliche Teilnahme an Online-Gewinnspielen. Derzeit sind wieder Betrüger aktiv, die ihre Opfer finanziell erleichtern wollen. Auch im Landkreis Uelzen ist diese Masche gerade verbreitet. Nicht darauf hereingefallen sind Gerd Debus aus Suhlendorf und Martina Willmann aus Langenbrügge. Im AZ-Gespräch erzählen sie, wie sie den Abzockern auf die Schliche gekommen sind.

Vor zwei bis drei Wochen wurde Debus von einer unbekannten Frau angerufen. Sie teilte ihm mit, dass er im Internet an einem Gewinnspiel teilgenommen und dabei eine Probemitgliedschaft erworben habe. „Sie erklärte mir, dass ich diese innerhalb von drei Monaten hätte kündigen können. Jetzt sei die Frist aber abgelaufen“, berichtet der Suhlendorfer. Daher müsse er nun zahlen. Das Lotterie-Abo laufe über ein Jahr und koste ihn monatlich 59 Euro, versuchte ihm die Anruferin weiszumachen. Dann nannte sie Debus eine Internetseite mit einer deutschen Endung, auf der er das Abo abgeschlossen habe.

„Das war eine Seite, die ich im Leben nicht angeklickt habe“, versichert Debus. „Online-Gewinnspiele mache ich grundsätzlich nicht.“ Trotzdem war er etwas verunsichert. Hatte er unwissentlich vielleicht doch etwas angeklickt und dadurch eine Probemitgliedschaft erworben? „Wer liest schon seitenlange allgemeine Geschäftsbedingungen. Vielleicht war die Gebühr ganz klein unten im Text versteckt“, fragt er sich.

Die Anruferin machte ihm ein Angebot: Wenn er drei Monate lang jeweils 59 Euro zahlen würde, könne man von seiner Jahres-Mitgliedschaft absehen. Debus, dem das Ganze suspekt vorkam, tat genau das Richtige: Er legte auf. Seitdem hat sich die Anruferin nicht mehr bei ihm gemeldet. Die einzige Spur, die sie hinterließ, war eine Rufnummer im Telefon-Display, die mit der Düsseldorfer Vorwahl 0211 begann. Im Internet stieß Debus auf zahlreiche Einträge, in denen vor Betrügern mit dieser Vorwahl gewarnt wurde. Meistens ging es um die Teilnahme an Gewinnspielen.

Eine ähnliche Masche erlebte Martina Willmann. Sie bekam im August einen Brief von der „Ozcan Ma Forderungs AG“, angeblich ein Inkassobüro mit Sitz in Köln. Darin wurde behauptet, dass die Langenbrüggerin telefonisch einen Dienstleistungsvertrag für die Lotterie „Eurowin 24 – Euro Jackpot 6/49“ abgeschlossen, aber noch nicht bezahlt habe. Daher sollte sie 268,46 Euro, inklusive Mahn- und Inkassokosten, an einen Empfänger namens Lottotop-49 in Berlin überweisen. „Ich habe gleich gemerkt, dass das Betrug ist. Mit diesem Glückspielverein habe ich überhaupt nichts zu tun“, sagt Willmann.

Die Zahlungsaufforderung war in mehrfacher Hinsicht dubios. Sie enthielt einen Überweisungsträger mit slowakischer Kontonummer. „Mich hat auch stutzig gemacht, dass der Rand nicht, wie sonst üblich, perforiert war, sondern mit der Schere ausgeschnitten werden musste“, erzählt Willmann. Zudem wies der Brief viele Rechtschreibfehler auf. Die angegebene Telefonnummer hatte auch keine Kölner, sondern eine Solinger Vorwahl. Wer sie anruft, erhält die automatische Ansage, dass die Nummer nicht vergeben ist.

Willmann hat das Geld nicht gezahlt, sondern die Polizei verständigt. Diese warnt auf ihren Internetseiten vor dieser Betrugsmasche. Auch die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, keinesfalls zu zahlen. Das Schreiben sei eine leere Drohung. Die darin angekündigte Pfändung sei ohne einen Vollstreckungsbescheid oder ein Gerichtsurteil überhaupt nicht möglich.

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