Feuerwehr-Sicherheitsexperte Andreas Ludolphs warnt vor Staubpartikeln auf der Dienstkleidung

Gefahr nach dem Einsatz

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Beim Brandeinsatz sind Feuerwehrleute unter anderem durch Atemschutzgeräte vor giftigen Stoffen geschützt. Nach Ende des Einsatzes droht aber eine Gefährdung durch Partikel auf der Dienstkleidung.

Rosche/Stöcken. Rückkehr der Helden: Auf der Heimfahrt vom Einsatz mitten in der Nacht sprechen die Feuerwehrleute über den Einsatz. Einige von ihnen haben zu nachtschlafender Zeit Höchstleistungen erbracht.

Die Atemgeräteträger sind beim Gang ins brennende Gebäude auch ein persönliches Risiko eingegangen. Jetzt ist alles durchgestanden – oder etwa doch nicht?.

Staub- und Rußpartikel an der Einsatzkleidung dürfen nicht unterschätzt werden, warnte Andreas Ludolphs jüngst bei einer Sitzung der Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehren in der Samtgemeinde Rosche. Deshalb macht der stellvertretende Gemeindesicherheitsbeauftragte auf die Bedeutung der „Hygiene“ nach Einsätzen aufmerksam.

Andreas Ludolphs.

„Es wird in den Häusern immer mehr Chemie verbaut, die man nicht immer sieht“, erklärt Ludolphs. Ob Styropor in der Wanddämmung, Holzschutzmittel, Teppiche, Möbel oder Plastikgegenstände im Wohnbereich – wenn es brennt, entsteht weit mehr als Rauch: Es braut sich, für das Auge unsichtbar, ein hochgiftiger Schadstoff-Cocktail zusammen, der unter anderem Chlorwasserstoffe, Schwefelwasserstoff, Blausäure oder Ammoniak enthalten kann. Einige dieser Stoffe könnten krebserregend sein.

Oberste Regel beim Löscheinsatz ist deshalb, dass die Feuerwehrleute nach Möglichkeit nicht im Rauch stehen. Die Atemschutzträger sind im Einsatz geschützt. Aber was ist nach dem Einsatz? Ein Teil des giftigen Rauchs und Staubs könnte sich auf der Einsatzkleidung absetzen. Auch auf einer bereits kalten Brandstelle lauert ein Gefährdungspotenzial, wenn Feuerwehrleute den Staub versehentlich mit der Kleidung von der Brandruine abwischen.

„Wenn man wieder ins Feuerwehrhaus geht, sollte man eine Kontamination des Körpers und der Kollegen vermeiden, weil die Haut die Stoffe teilweise aufnimmt“, rät der stellvertretende Sicherheitsbeauftragte Ludolphs. Über die Haut könnten die Stoffe ins Blut gelangen und von dort in einzelne Organe wandern. Atemwegsbeschwerden und andere Krankheiten sind möglich.

Deshalb sollten die Einsatzkräfte verunreinigte Kleidung möglichst schon am Einsatzort unter Mundschutz abbürsten oder ausklopfen. Die Atemschutzgeräteträger können auch abgespritzt werden, um die Kontamination zu beseitigen.

Von Gerhard Sternitzke

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