Schwemlitz feiert Dorffest und lässt den Wilden Westen lebendig werden

„Feiern unter Geiern“

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Indianer und Marterpfahl, Sheriff und Postkutsche: Die Schwemlitzer haben erneut mit viel Liebe zum Detail ihr Dorffest gefeiert. Auch Feuerwasser wurde gesichtet.

Schwemlitz. Kein Dorffest in Schwemlitz gleicht dem anderen. Immer steht ein besonderes Motto im Mittelpunkt. Waren es in den vergangenen Jahren Reisen in das Mittelalter, ein Besuch auf dem Kiez in St. Pauli oder Klänge aus der Karibik, hielt jetzt der Wilde Westen Einzug.

„Feiern unter Geiern“ hieß am Sonnabend die ausgegebene Devise, die das Dorf in ein „Schwemlitz-City“ verwandelten.

Am Nachmittag noch ging es recht harmlos zu. Kinder versuchten sich im Gold schürfen, sie voltigierten auf Ponys, warfen mit Hufeisen, pirschten mit Pfeil und Bogen durch das Gelände, saßen im Planwagen oder im Sheriff-Department hinter Gittern. Die Erwachsenen klönten bei schwarzem Wasser und Büffelschnitten.

Dann aber wurde das Kriegsbeil ausgegraben. Ein Aufschrei „Die Indianer kommen“ und schon wurden die Besucher in eine Show einbezogen, die alle in den Bann zog und viel Spaß brachte. „Wannetou in Gefahr“ hieß das muntere Musical. Und nicht nur die Dörfler erkannten sofort, wer sich hinter der Maske des Möchtegern-Winnetous befand: Ortsbrandmeister Thomas Wannewitz, ihm zur Seite seine Annika als Squaw Tupper-Par-Ty sowie Blutwurstbruder, Friedensrichter und Moderator Marc Westedt. Die erste Gruppe der Feuerwehr gesellte sich als Indianerstamm in den Tipi.

Friedlich ging es wahrlich nicht zu. Die Squaw Tipp-Bei-Lidl wuchs heran, war wählerisch, fand keinen Mann, begann dafür mit dem Pferdehandel, verkaufte gestohlenes Vieh und viel zu kleine Schuhe, erschießt ein Bleichgesicht. Beim Fund der Leiche erkennt Wannetou: „Ein toter Schrauber mit kaltem Schniedel, das ist das Werk von Tipp-Bei-Lidl.“

Die flieht in den Nachbarort zum Stamme der Bankawitzen, begeht dort den nächsten Mord. Häuptling „Blonder Hengst“ hält Wannetou für den Täter, bindet ihn mit seinem Blutwurstbruder an den Marterpfahl. Doch bevor beiden der Tod ereilt, klärt sich alles auf und die wahre Mörderin muss fortan als Strafe mit dem Indianer „Schwarzer Pinsel“ zusammenleben.

Es waren nicht nur die liebenswerten Charaktere, die die Abendshow zu einer spaßigen Angelegenheit machten. Auch detailfreudig zeigten sich die Organisatoren. Echte Pferde kamen zum Einsatz und sogar eine Postkutsche. Pferdehalfter hingen an der Wand, Pferdesattel waren vor dem Saloon abgelegt und über dem Tipi-Dorf kreiste eine ausgestopfte Eule als Geier. Nach der Show ging es natürlich im Saloon von Miss Kitty rund. Es wurde gefeiert und manches Feuerwässerchen getrunken.

Von Ulrich Bleuel

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