Bereits 100 Unterzeichner / Eltern präsentieren eigene Zahlen

Schließung der Stöckener Schule: Eltern starten Online-Petition

+
Einschulung 2014 an der Stöckener Schule. Schulelternratsvorsitzende Uta Rosenfeld geht von steigenden Geburtenzahlen aus. Mit einer Online-Petition wendet sich die Elterninitiative an den Samtgemeinderat, der die letzte Entscheidung hat. 

Stöcken. Stöckener Eltern haben jetzt eine Online-Petition zur Rettung ihrer Schule gestartet. Nach Angaben der Schulelternratsvorsitzenden Uta Rosenfeld haben sich bereits 100 Unterzeichner beteiligt.

Zum Schuljahresende soll die Außenstelle der Grundschule Rosche geschlossen werden. 

Das hat nach dem Schulausschuss auch der Samtgemeindeausschuss bei einer Enthaltung empfohlen (AZ berichtete). Die endgültige Entscheidung fällt im Rat der Samtgemeinde Rosche, der am Donnerstag, 1. März, zusammentritt. „Integration der Grundschulaußenstelle Stöcken an den Schulstandort Rosche“ lautet der Tagesordnungspunkt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Hotel Waldmühle in Suhlendorf.

„In einer regelrechten Hauruck-Aktion soll die Schule in Stöcken geschlossen werden. Und das ohne substanzielle inhaltliche Diskussion, ohne Anhörung der betroffenen Eltern, ohne Beteiligung der Schulelternratsgremien, ohne Information der Bürger und vor allem ohne ersichtliche Planung. Dagegen wehren wir uns!“, heißt es in der Petition, die an die Ratsmitglieder gehen soll. „Und das auch noch auf der Grundlage irreführender ‘Zahlen und Fakten’, ungerechtfertigter Kombiklassen-Drohungen, unzutreffender Angaben zur Raumkapazität und eines konstruierten Transport-Bedarfs.“

Die Zahlen spielen eine zentrale Rolle bei der geplanten Auflösung der Außenstelle Stöcken. Zum neuen Schuljahr werden nur noch 22 Schüler erwartet. Derzeit sind es 26. Laut Samtgemeindedirektor Herbert Rätzmann wurden in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich neun Kinder pro Jahrgang eingeschult.

Schulelternratsvorsitzende Uta Rosenfeld, selbst Mutter von drei Kindern in der Stöckener Grundschule, stellt diese Zahlen in Frage. So seien bei der Berechnung die Jahrgänge 2015 und 2017 eingerechnet worden, in denen turnusgemäß keine Kinder eingeschult worden seien. „Tatsächlich wurden in diesem Zeitraum durchschnittlich 13 Kinder pro Jahr eingeschult“, betont die Elternsprecherin. Zudem handele es sich nicht um eine Langzeittendenz, sondern um ein „einmaliges Tief“, rechnet Uta Rosenfeld vor: „Schon für das nachfolgende Aufnahmejahr, sprich 2020, zählt die Samtgemeinde Rosche bereits jetzt 18 Kinder für das Einzugsgebiet der Stöckener Außenstelle.“

Im übrigen bezweifelt sie, dass die Roscher Mutterschule überhaupt genug Platz bietet. Bereits jetzt seien 116 Schüler auf sechs ganze und zwei halbe Klassenräume verteilt, mache mit den 27 Stöckener Kindern 153 an zwei Standorten. „Die Raumsituation hat sich seither nicht geändert, und die Geburtenzahlen steigen“, sagt Uta Rosenfeld. „Mittlerweile ist absolut klar, dass es auf große Klassen hinausläuft.“

• Die Elterninitiative informiert weiter unter www.schule-stoecken.de.

Von Gerhard Sternitzke

---

- Viele Leserbriefe erreichten uns zum Thema.

- Der Kommentar von AZ-Chefredakteur Thomas Mitzlaff: "Und wieder stirbt ein Dorf".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare