Brandschützer im Kreis suchen neue Strategien für mehr Nachwuchs

Aus für Ellenberg: Die nächste Feuerwehr im Kreis Uelzen gibt auf

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Die Ellenberger Ortswehr soll voraussichtlich Anfang 2017 aufgelöst werden.
  • Bernd Schossadowski
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bs Uelzen/Ellenberg. Es ist purer Zufall, dass es derzeit genau 112 Freiwillige Feuerwehren im Kreis Uelzen gibt – eine Zahl, die der Notrufnummer der Brandschützer entspricht. Doch schon bald wird die Anzahl kreisweit nur noch bei 111 liegen.

Der Grund: Die Ellenberger Ortswehr soll voraussichtlich Anfang 2017 aufgelöst werden.

Helmut Rüger

Verantwortlich dafür ist vor allem der demografische Wandel. Immer weniger Bürger aus Groß und Klein Ellenberg haben Interesse am Feuerwehrdienst, die Zahl der aktiven Mitglieder ist auf 14 gesunken. Das ist zu wenig, um die 1911 gegründete Wehr dauerhaft erhalten zu können. Uelzens Kreisbrandmeister Helmut Rüger ist über das geplante Aus in Ellenberg traurig. Nicht nur dort, sondern auch in vielen anderen Wehren im Kreis werde es schwieriger, genügend Aktive zu finden, schildert er. „Zurzeit haben wir hier noch etwa 4000 Mitglieder in den Einsatzabteilungen. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren“, berichtet Rüger. Dagegen hat sich die Gesamtzahl der Wehren im Landkreis seit Anfang 2012 nicht verändert. Als Letzte hatten damals die Medinger Brandschützer aufgrund von Nachwuchsproblemen das Handtuch geworfen.

Rüger benennt die Ursachen der sinkenden Mitgliederzahlen. „Das Freizeitverhalten verändert sich, das Angebot wird vielfältiger“, erklärt er. Feuerwehren stellten nur eine von mehreren Freizeitmöglichkeiten dar. Auch das Berufsleben habe sich gewandelt. Einige Arbeitnehmer seien aus dem Landkreis Uelzen weggezogen, weil sie in größeren Städten bessere berufliche Perspektiven sähen.

Trotzdem ist Rüger zuversichtlich, dass die hiesigen Wehren die Zahl ihrer Mitglieder langfristig stabilisieren können – und zwar durch eine Stärkung ihrer Nachwuchsabteilungen. „Die immer zahlreicher werdenden Kinder- und Jugendfeuerwehren halten die Mitgliederzahlen hoch“, erklärt der Kreisbrandmeister. Der Rückgang in den Einsatzabteilungen sei „noch nicht existenzbedrohend“, meint er. „Es sind aber alle Anstrengungen nötig, um die verbleibenden Mitglieder zu motivieren und zu halten.“

So seien in mehreren Schulen Feuerwehr-AGs gegründet worden, um die Kinder an den Brandschutz heranzuführen. „Das läuft sehr erfolgreich“, freut sich Rüger. Außerdem wird in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Uelzen ein „Freiwilliges Soziales Jahr Feuerwehr“ angeboten. Und nicht zuletzt betreiben die Wehren Lobbyarbeit in Politik und Wirtschaft und werben dort für das Feuerwehrwesen. Daher blickt Rüger auch nicht bange in die Zukunft.

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