Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg: Deutsche Regionaleisenbahn zieht erneut vor Gericht

Einspruch gegen Entwidmung

+
Ein Teil der Gleise liegt noch: Die Bahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg soll entwidmet werden. Die Gemeinde Stoetze unterstützt das Vorhaben, die Stadt Uelzen, der Landkreis Lüchow-Dannenberg halten dagegen.

Stoetze. Die Gemeinde Stoetze hält sich vornehm zurück, die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) hingegen hat schon Berufung eingelegt. Die Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg soll, wenn es nach der DRE und dem Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn geht, wiederbelebt werden.

Deshalb hatte die DRE gegen eine Entwidmung geklagt. Doch das Verwaltungsgericht Lüneburg hat die Klage abgewiesen (die AZ berichtete).

„Wir warten die Widerspruchsfrist ab“, sagt Stoetzes Bürgermeister Heinz Schulze. Erst dann wolle er sich zum Thema äußern. „Die Berufung ist schon eingelegt“, schildert hingegen Gerhard Curth, Vorsitzender Geschäftsführer, „wir gehen in die nächste Instanz.“ Also wird sich das Oberverwaltungsgericht Lüneburg mit dem Fall beschäftigen. Doch das kann noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Die Gemeinde Stoetze hatte beim Eisenbahnbundesamt (EBA) die Freistellung einzelner auf ihrem Gemeindegebiet liegender Flächen von Bahnbetriebszwecken beantragt, um für diese Flächen die Planungshoheit zu erlangen und eine anderweitige – gewerbliche – Nutzung zu ermöglichen. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie die Stadt Uelzen hätten es gern gesehen, wenn die Strecke zwischen Uelzen und Dannenberg wieder flott gemacht worden wäre. Doch eine Einigung der DRE mit dem Besitzer der Strecke, der DB Netz AG, konnte nicht erzielt werden. 713 100 Euro wollte die DB Netz AG für den Abschnitt haben. Die DRE hatte im Hinblick auf die Widmung und die beabsichtigtes Nutzung eine am Ertragswert orientierte Preisregelung von rund 30 000 Euro gefordert, weil die Grundstücke nicht anders zu verwerten seien, solange eine Freistellung nicht erfolgt sei.

Aus Sicht der Stadt Uelzen ist es kurzsichtig, eine genehmigte Bahnstrecke aufzugeben, da die künftig zu erwartenden Güterverkehre, gerade auch in Ost-West-Richtung, eine verstärkte Nutzung bisheriger Nebenstrecken erforderlich machen dürften. Hinzu kommt, dass, wenn erst einmal eine Teilstrecke entwidmet ist, auch die Gefahr einer Entwidmumg der Bahnstrecke auf Uelzener Stadtgebiet besteht. Dies wäre jedoch nicht hinnehmbar, da die Stadt Uelzen an einer bahnseitigen Erschließung ihrer jetzigen und auch ihrer künftigen Gewerbeflächen am Hafen Uelzen, aber auch an der A39, größtes Interesse hat.

Von Seiten der Stadt Uelzen ist beabsichtigt, sich an den anfallenden Prozesskosten – 40 000 Euro insgesamt – zu beteiligen, um den Erhalt der Bahnstrecke zu sichern.

Von Jörn Nolting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare