Trotz Erkrankung voller Lebensfreude

Drei Betroffene aus Rosche gründen Gesprächskreis für Frauen mit Krebs

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Haben in der Samtgemeinde Rosche einen Gesprächskreis für Frauen mit Krebs gegründet (von links): Dorle Schulz, Kristine Nolte und Tanja Bunge-Widdecke.

Rosche – Das Plakat sticht sofort ins Auge: ein roter Krebs, der den „Emojis“ von WhatsApp entnommen wurde, auf hellblauem Hintergrund. Dazu mit oranger und rosa Schrift „Jung, dynamisch & Krebs“.

Mit diesem Flyer kündigen die Organisatorinnen ihre neue Selbsthilfegruppe für krebserkrankte Frauen in Rosche an. „Wir haben das bewusst poppig gewählt, um zum Ausdruck zu bringen: Wir wollen trotzdem glücklich leben. Man trifft sich nicht, um sich gegenseitig leidzutun“, erklärt Kristine Nolte, die in Prielip wohnt.

Gemeinsam mit Tanja Bunge-Widdecke aus Nateln und Dorle Schulz aus Göddenstedt hat sie den Gesprächskreis ins Leben gerufen – den ersten seiner Art im Uelzener Ostkreis. Alle drei Frauen sind oder waren an Brustkrebs erkrankt. Nolte und Bunge-Widdecke haben die Erkrankung inzwischen überstanden, auch wenn sie die Auswirkungen der Therapie mitunter noch spüren. Bei Schulz läuft die Behandlung zurzeit noch.

Selbsthilfegruppen für ältere Krebserkrankte gibt es unter anderem in Uelzen und Bad Bodenteich. „Wir wollen aber etwas für unser Alter anbieten – für Frauen, die mitten im Leben stehen und sich einen Austausch mit Gleichgesinnten wünschen“, sagt Kristine Nolte, die 53 Jahre alt ist. Tanja Bunge-Widdecke ist 48, Dorle Schulz 39. Frauen in diesem Alter hätten ganz andere Dinge zu besprechen als die ältere Generation. „Zum Beispiel: Wie erzähle ich meinen Kindern, dass ich an Krebs erkrankt bin?“, sagt Tanja Bunge-Widdecke. Auch Grundsätzliches soll diskutiert werden: Wie kommt man zur Therapie, übernimmt die Krankenkasse die Fahrten? Daneben kann jede Teilnehmerin vertrauensvoll über ihre persönlichen Ängste und Probleme sprechen. Es geht auch darum, voneinander zu lernen, Neues zu erfahren und unkompliziert Spaß zu haben.

Das erste Treffen beginnt am Dienstag, 3. Dezember, um 19 Uhr im Roscher DRK-Haus, Uelzener Straße 3. Jede interessierte Frau kann einfach vorbeikommen. Danach sollen die Treffen dort jeweils am ersten Dienstag im Monat stattfinden. Bewusst werden nur Frauen angesprochen. „Wenn sie unter sich sind, fällt es Frauen leichter, frei zu sprechen, unter anderem über intime Dinge“, sagt Kristine Nolte.

Regelmäßig sollen auch Themenabende angeboten werden, zum Beispiel ein Vortrag einer Friseurmeisterin, die mit Naturprodukten arbeitet. Zudem könnte eine Kosmetikerin, die über das Schminken von Krebspatientinnen berichtet, eingeladen werden, ebenso ein Referent vom SoVD, der über soziale Themen informiert.

Mit ihrer Erkrankung gehen die drei Frauen unbefangen um. „Wir wollen zeigen: Das Leben geht trotzdem weiter, man kann das schaffen“, betont Tanja Bunge-Widdecke. Wer mehr über den Gesprächskreis erfahren will, kann sich bei ihr unter (01 70) 5 61 00 51 melden. Kristine Nolte ist erreichbar unter (01 76) 57 91 72 21, Dorle Schulz unter (0171) 3 54 90 20.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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