Bau der Klärschlamm-Vererdungsanlage in Rosche hat begonnen / Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro

Drei Becken voller Kies und Schilf

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Der Bau der drei Vererdungsbecken neben der Kläranlage in Rosche hat begonnen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Anlage im Herbst in Betrieb genommen. Das Ziel ist, den Klärschlamm auf natürliche Weise abzubauen.

Rosche. Beharrlich gräbt sich die Baggerschaufel in den Boden. Daneben rollen Baumaschinen mit mächtigen Walzen vorbei, während Lastwagen die ausgebaggerte Erde abtransportieren.

In unmittelbarer Nähe der Kläranlage in Rosche laufen die Arbeiten gerade auf Hochtouren – dort hat der Bau der Klärschlamm-Vererdungsanlage begonnen.

Geplant sind drei Becken mit einer Gesamtfläche von 5345 Quadratmetern, erklärt Nils Schön, technischer Betriebsleiter der Celle-Uelzen Netz GmbH und der Roscher Kläranlage. Nach Fertigstellung soll der Klärschlamm in die 2,50 bis 3 Meter tiefen Becken gepumpt werden. Eine Filterschicht aus Kies und eine Bepflanzung mit Schilf sorgen dafür, dass das Wasser innerhalb von zehn bis 15 Jahren verdunstet und der Schlamm somit auf natürliche Weise vererdet (AZ berichtete). „Angestrebt wird ein Trockensubstanzgehalt von 30 bis 40 Prozent. In unseren bisherigen Silos beträgt er nur acht Prozent“, schildert Schön.

Durch die Volumen-Verringerung sollen später die Kosten für das Verbrennen des Klärschlamms sinken. „Die Preise im Verbrennungsmarkt sind explodiert“, berichtet der Betriebsleiter. Außerdem ist unklar, ob der Gesetzgeber auch in Zukunft erlaubt, den Schlamm landwirtschaftlich auszubringen. Nicht zuletzt kann das derzeitige Silo der Roscher Kläranlage nach Inbetriebnahme der Vererdungsbecken als Notüberlauf genutzt werden. „Es geht darum, die Versorgungssicherheit langfristig zu sichern“, fasst Schön das Projekt zusammen.

Vor allem aber trägt die Vererdungsanlage dazu bei, dass die Energiekosten auf der Kläranlage, speziell in der Belüftung und Schlammentwässerung, reduziert werden. „Durch dieses Projekt sollen zukünftig etwa 131 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden“, sagt der Betriebsleiter. Er hofft, dass die drei Becken im September oder Oktober in Betrieb genommen werden.

Die Kosten für das gesamte Projekt, inklusive des Umbaus auf der Kläranlage, sind mit 1,3 Millionen Euro kalkuliert. An EU-Fördergeldern steuert die N-Bank etwa 652 000 Euro bei, als Co-Finanzierung durch das Land fließen rund 587 000 Euro, den Rest zahlt die Samtgemeinde Rosche.

Unterdessen will auch die Samtgemeinde Aue eine Vererdungsanlage für Klärschlamm bauen, und zwar neben der Kläranlage bei Stederdorf. „Wir hoffen, dass Ende dieses Jahres die Ausschreibungen rausgehen, sodass der Bau im kommenden Frühjahr beginnen kann. 2019 soll die Anlage dann in Betrieb gehen“, blickt Schön voraus.

Von Bernd Schossadowski

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