Anwohner fürchten Überflutungen bei Starkregen

Dorferneuerung in Kölau: Einfahrten und Gärten tiefer gelegt

Die Trafostation in Kölau lag vor der Dorferneuerung auf einer Höhe mit der Straße. „Was passiert, wenn da Wasser reinläuft?“, fragt sich Michael Schramm (rechts).
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Die Trafostation in Kölau lag vor der Dorferneuerung auf einer Höhe mit der Straße. „Was passiert, wenn da Wasser reinläuft?“, fragt sich Michael Schramm (rechts).

Kölau – Die Dorferneuerung in Kölau ist kurz vor der Vollendung. Mitte September sollen die Arbeiten laut Suhlendorfs Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel abgeschlossen sein. Gestern sollte die Fahrbahn der erneuerten Dorfstraße asphaltiert werden.

Doch nicht alle Kölauer sind mit den Ergebnissen und damit, wie die Bauarbeiten abgelaufen sind, zufrieden.

„Wenn es regnet, läuft das ganze Regenwasser in die Gärten und die Einfahrten“, befürchtet Michael Schramm. Die Straße sei jetzt viel höher als ursprünglich geplant. So liege der Trafokasten jetzt tiefer als die Straße, früher habe er sich auf gleichem Niveau befunden. „Was passiert, wenn da Wasser reinläuft?“, fragt sich der Kölauer. Auch Iris Freiberg hat Sorge, dass ihr Grundstück künftig bei Starkregen unter Wasser steht. „Meine Einfahrt lag mal auf einer Höhe mit der Straße. Jetzt liegt sie unterhalb“, berichtet sie. Sie frage sich zudem, warum nicht durchgehend ein Regenwasserkanal eingebaut wurde. Schließlich müssten sie über die Anliegerbeiträge auch dafür bezahlen.

Auch Nicole Ohlemeyer, Leiterin des Hotels Brunnenhof, ist nicht zufrieden. „Meine Gäste wissen nicht, wie sie das Hotel erreichen können. Und Pakete kommen hier nicht an, außer von UPS, und das auch nur, weil die Fahrerin ihr Pferd bei uns stehen hat“, berichtet sie. Dass die Straße höher liege, erkenne man auch daran, dass der Bekanntmachungskasten und der nebenan hängende Zigarettenautomat an einer Hauswand für kleinere Menschen kaum noch zu nutzen sind. Im Großen und Ganzen könne sie fast froh sein, dass das Hotel durch Corona zunächst geschlossen war. „Erreicht hätte uns niemand“, sagt sie. Noch heute würden manche ihrer Gäste über ein Feld fahren, um das Hotel zu erreichen, weil alle Zufahrten nach Kölau gesperrt sind.

„Wenn es Probleme bei den Zufahrten und mit Wasser in den Gärten geben sollte, werden wir als Gemeinde tätig“, erklärt Weichsel auf AZ-Nachfrage. Die Straße sei so gebaut worden wie geplant. „Sie soll dann auch für die nächsten 50 Jahre halten“, sagt der Bürgermeister. Auch bei der Bauzeit liege man mit sechs Monaten im Plan.

Dass es nicht, wie ursprünglich geplant, einen durchgängigen Regenwasserkanal gibt, liegt laut Weichsel an den Vorgaben des Landkreises. „Wir durften den Kanal nicht länger ziehen, das haben wir nicht genehmigt bekommen und das vielleicht aus gutem Grund“, erklärt Weichsel. Daher seien Versickerungsmulden gebaut worden, wo jetzt zunächst das Gras anwachsen müsse. VON LARS LOHMANN

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