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„Ein Glücksfall für die Dörfer“

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Von: Lars Lohmann

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Das Schützenhaus Oetzen
Das Oetzener Schützenhaus war nicht nur Ort der Auftaktveranstaltung zur Dorfentwicklung in Oetzen, Rätzlingen und Rosche, sondern könnte auch als Projekt zu einem Zentrum des Ortes weiterentwickelt werden. © Lars Becker

Startschuss für die Dorfentwicklung in der Dörferregion Oetzen-Rätzlingen-Rosche. Bei einer ersten Infoveranstaltung in Oetzen informierten sich rund 70 Leute über das Programm.

Volles Schützenhaus in Oetzen bei der Vorstellung der Dorfentwicklung für die Dorfregion Oetzen-Rätzlinggen-Rosche: Rund 70 Personen interessieren sich am Donnerstag für den Auftakt zu einem Projekt, das laut Samtgemeinde Bürgermeister Michael Widdecke analog zur Dorfentwicklung in Suhlendorf „ein Glücksfall für die Dörfer werden kann.“ Bis aber die ersten Projekte von Privatleuten oder den beteiligten Gemeinden verwirklicht werden können, wird es noch eine Weile dauern. Denn zunächst müssen die Hausaufgaben in Form eines Dorfentwicklungsplans erledigt werden, wie Volker Warnecke vom Planungsbüro Warnecke erklärt.

Dazu werden in einem ersten Schritt sechs Arbeitskreise gebildet. Diese beschäftigen sich zum Beispiel mit der Daseinsvorsorge und dem sozialen Leben oder mit Straßenraum und Mobilität. Einer wird von den aktiven Landwirten gebildet. In allen Arbeitskreisen sollen laut Warnecke Ideen gesammelt werden. Rund 30 Einwohner beteiligen sich bereits. „Es könnten noch mehr sein. Aber viele wollen erst nach den Ortsbegehungen entscheiden, wo sie mitmachen“, sagt Warnecke.

Erste Projekte, die im Raum stehen, gibt es aber bereits. So könnte das Schützenhaus in Oetzen erweitert und zu einem Dorfmittelpunkt umgestaltet werden. Auf der Agenda steht auch die Ortsdurchfahrt der B 493 in Rätzlingen und der Landesstraße 254 in Oetzen. Auch die Roscher Ortsmitte soll wiederbelebt werden. Das „Wie“ bestimmen aber die Bürger. „Die Dorfentwicklung lebt von der Beteiligung der Bürger. Sie kennen auch die Problemzonen in den Orten“, weiß Warnecke. Diese sollen bei den Ortsbegehungen gefunden werden.

Ein Schwerpunkt der Dorfentwicklung ist laut Warnecke der Erhalt alter Wohn- sowie der Wirtschaftsgebäude und somit des Ortskerns und Ortsbildes. Hier könnten Privatleute profitieren. Die Förderquote beträgt dort 35 Prozent und ist in den meisten Fällen auf 50 000 Euro gedeckelt. Ausnahme ist die Revitalisierung eines leerstehenden Gebäudes, dort sind bis zu 100 000 Euro möglich.

Ein denkbares Projekt für die Orte sei die Schaffung von Pflegeangeboten. „Für Investoren sind Oetzen und Rätzlingen zu klein, um dort ein Pflegeangebot zu schaffen. Rosche mag noch gehen“, erklärt Holger Broja vom Planungsbüro Warnecke. In Wahrenholz im Nachbarkreis Gifhorn habe man ein solches Projekt mit zehn Langzeitpflegeplätzen und einer Tagespflege verwirklichen können. „Das Ziel ist es, dass die Menschen in ihren Heimatorten alt werden können und nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden“, sagt Broja. In Wahrenholz habe ein Investor dann sogar noch zusätzliche Pflegeplätze geschaffen.

Informationen rund um die Dorfentwicklung stehen auf der Homepage der Samtgemeinde Rosche.

Der Zeitplan sieht vor, dass Anträge im Rahmen der Dorferneuerung ab September 2023 gestellt werden können. Die Beratung der Privatpersonen soll im April 2023 starten. Erste geförderte Maßnahmen werden dann ab 2024 umgesetzt.

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