Umbau der Landesstraße 252 bei Stoetze ist so gut wie fertig

Damm mit Durchlass für Fuchs und Hase

Unter dem Straßendamm am Ortsausgang von Stoetze führt ein Durchlass für Kleintiere hindurch.
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Unter dem Straßendamm am Ortsausgang von Stoetze führt ein Durchlass für Kleintiere hindurch.

Stoetze. Das Stakkato ist ohrenbetäubend. Mehr als 200 Mal in der Minute scheppert es metallisch, als die Ramme die Halterung der Leitplanke in den Boden treibt. Doch der Bauarbeiter, der das lärmende Gerät bedient, verzieht dabei keine Miene.

Kein Wunder: Er trägt schalldämmenden Gehörschutz. Ohne den geht es nicht auf der Landesstraße 252 zwischen Stoetze und Hohenzethen, die zurzeit im Auftrag des Landes eine neue Fahrbahndecke erhält.

Mit einer Ramme wurde die Halterung der Leitplanke ins Erdreich getrieben. Voraussichtlich am Freitag sind die Arbeiten beendet.

Es ist aber keine gewöhnliche Baustelle. Vielmehr sind die Mitte Oktober begonnenen Arbeiten ein untrügliches Zeichen dafür, dass die vor einigen Jahren entwidmete Bahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg an dieser Stelle – kurz hinter dem Ortsausgang von Stoetze – nun endgültig der Vergangenheit angehört. Denn dort hat das Land die alte Bahnbrücke abgerissen und durch einen Straßendamm samt Leitplanken ersetzt. Zuvor wurde ein Teil der Schienen auf der stillgelegten Trasse entfernt.

Unter dem Damm führt eine Betonröhre hindurch, die als Durchlass für Kleintiere dient. Von diesen leben nämlich einige im Umfeld des einstigen Schienenstrangs. „Der Durchlass ist nicht nur für Amphibien und Zauneidechsen, sondern auch für Hasen und Füchse gedacht“, erklärt Dirk Möller, Leiter des Lüneburger Geschäftsbereichs der Landesstraßenbaubehörde.

Seiner Meinung nach war der Abriss der Brücke, die das Land von der Deutschen Bahn erworben hatte, alternativlos. „Die Brücke hatte schon ein beträchtliches Alter und war sehr unterhaltungsintensiv“, schildert er. „In den nächsten Jahren hätten wir sie erneuern müssen. Deshalb war es wirtschaftlicher, sie abzureißen.“

Das erleichterte auch den Ausbau der L 252. Dort wurde auf etwa 2,5 Kilometern Länge die Fahrbahn komplett erneuert – vom Ortsausgang von Stoetze bis zur Einmündung der Landesstraße in die B 191 bei Hohenzethen. Die Baukosten inklusive des Damms betragen laut Möller rund 480 000 Euro und werden vom Land finanziert. „Voraussichtlich am Freitag dieser Woche sind die Arbeiten beendet und die Straße wird wieder freigegeben“, kündigt er an.

Die Gemeinde Stoetze muss dagegen keinen Cent für den Ausbau zahlen, erklärt Verwaltungschef Rolf Musik. Wie berichtet, hat die Kommune ein Teilstück der Trasse von der Bahn gekauft. „Der Eigentumswechsel ist zum 1. Januar 2017 vorgesehen“, sagt Musik. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises soll das Areal unter anderem als Ausgleichsfläche für künftige Baumaßnahmen genutzt werden.

Musik freut sich über den Abriss der Brücke und den Ausbau der L 252. „Für uns ist das eine sehr gute Entscheidung. Wir müssen dort keine Unterhaltungskosten zahlen. Und die Ortsdurchfahrt von Hohenzethen war schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand“, sagt er.

Von Bernd Schossadowski

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