Nach Ausbau: Zebrastreifen muss weichen

Bürgerin bangt um Sicherheit: Suhlendorfer Ortsdurchfahrt erhält nur eine Verkehrsinsel

Noch können Fußgänger die Ortsdurchfahrt in Suhlendorf auf dem Zebrastreifen am Neumarkt überqueren. Doch nach dem für 2017 geplanten Ausbau der Straße soll es nur noch eine Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel geben. Foto: Schossadowski
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Noch können Fußgänger die Ortsdurchfahrt in Suhlendorf auf dem Zebrastreifen am Neumarkt überqueren. Doch nach dem für 2017 geplanten Ausbau der Straße soll es nur noch eine Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel geben. Foto: Schossadowski

Suhlendorf. Risse, Rillen und Schlaglöcher: Die Ortsdurchfahrt in Suhlendorf, die L 265, ist ein echter Sanierungsfall. Doch nicht alle Einwohner blicken dem für 2017 geplanten Ausbau der Straße mit ungetrübter Freude entgegen. Das wurde jetzt in der Sitzung des Suhlendorfer Rates deutlich.

Dabei kritisierte Zuhörerin Ingeborg Hennings-von der Ohe, dass der Zebrastreifen am Neumarkt im Zuge der Bauarbeiten ersatzlos entfernt werden soll.

Stattdessen sehen die Pläne der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ganz in der Nähe – zwischen der Tankstelle und der Einmündung der Schulstraße – eine Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel auf der L 265 vor. Doch das stößt bei Ingeborg Hennings-von der Ohe auf Unverständnis. „Das ist keine sichere Querung“, sagte die Suhlendorferin, die wegen ihrer Sehbehinderung auf einen Blindenhund angewiesen ist.

Viel sicherer sei der Weg für Fußgänger ihrer Meinung nach auf einem Zebrastreifen. Dort seien Auto- und Lkw-Fahrer laut Straßenverkehrsordnung zum Anhalten verpflichtet. „Auf einer Querung haben wir dagegen keine Rechtssicherheit“, meinte Ingeborg Hennings-von der Ohe. Die Gefahr für Fußgänger, von einem Fahrzeug erfasst zu werden, sei dort ungleich größer. Am liebsten wäre der Suhlendorferin jedoch eine Bedarfsampel. Von dieser würden auch die Kinder der örtlichen Grundschule profitieren, die auf ihrem Schulweg die L 265 überqueren.

Für einen Zebrastreifen oder eine Ampel reichen die Verkehrszahlen auf der Ortsdurchfahrt aber nicht aus, erläuterte Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel (CDU). Die Arbeitsgruppe für die Suhlendorfer Dorferneuerung habe alle Optionen einer Straßenquerung für Fußgänger geprüft, sehe aber keine andere rechtliche Möglichkeit als den Bau einer Verkehrsinsel.

Genau diese Lösung befürwortet auch Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizei-inspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Er verweist auf mehrere unfallträchtige Stellen in der Stadt Lüneburg, etwa vor dem Seminaris-Hotel und am Sültenweg, wo Zebrastreifen durch Querungshilfen ersetzt wurden. „Seitdem haben wir dort nur gute Erfahrungen gemacht. Es gab so gut wie keine Unfälle mehr“, schildert Dobslaw.

Seine Erklärung: Auf einem Zebrastreifen gebe so mancher Fußgänger ein Teil seiner Eigenverantwortung ab. „Man vergisst mitunter zu schauen, ob es gefahrlos ist, die Straße zu überqueren“, erklärt er. Dagegen schenke man an einer Querungshilfe dem Verkehrsgeschehen meist mehr Aufmerksamkeit. Dobslaws Fazit: „Mit einer Querungshilfe wird es keine Defizite geben – jedenfalls keine, die wir durch Zahlen belegen können. Außerdem ist die Verkehrsbelastung in Suhlendorf ja nicht so hoch.“

Von Bernd Schossadowski

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