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Taucher finden Leiche des vermissten 51-Jährigen im Roscher Baggersee

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Von: Lars Becker

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Taucher der Technischen Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig fanden am Dienstagmittag mit einem Sonar den vermissten 51-Jährigen im Baggersee in Rosche. Er lag in 9,70 Meter Tiefe.
Taucher der Technischen Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig fanden am Dienstagmittag mit einem Sonar den vermissten 51-Jährigen im Baggersee in Rosche. Er lag in 9,70 Meter Tiefe. © Lars Becker

Seit Dienstagmittag um 12.14 Uhr ist es traurige Gewissheit: Der vermisste 51-Jährige, nach dem seit Sonntagmittag im Roscher Baggersee gesucht worden war, ist tot. Taucher bargen seine Leiche.

Rosche - Taucher der Technischen Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig haben am Dienstagmittag den seit Sonntag vermissten 51-Jährigen im Baggersee an der Deponiestraße in Rosche tot geborgen. Die Ermittler gehen von einem tragischen Badeunfall aus, der sich am Sonntagmittag ereignet hatte. Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei aus der Befragung von dessen acht Kollegen, die am Sonntag mit ihm am See gewesen waren, soll der Mann alkoholisiert gewesen sein - in welchem Umfang, das muss nun die Obduktion ergeben.

Das Baden im Baggersee in Rosche ist verboten. Darauf weisen mehrere Schilder hin. Trotzdem ist das Gewässer beliebt.
Das Baden im Baggersee in Rosche ist verboten. Darauf weisen mehrere Schilder hin. Trotzdem ist das Gewässer beliebt. © Lars Becker

Kurz vor 10 Uhr waren die Polizeibeamten aus Braunschweig - weitere Polizei-Taucher gibt es in Niedersachsen nur noch in Hannover und Oldenburg - mit vier Fahrzeugen, ihrer Spezialausrüstung und einem Boot in Rosche eingetroffen. Der See war seit Sonntagabend, als man die aktive Suche eingestellt hatte, mit Flatterband abgesperrt gewesen.

Leiche in 9,70 Meter Tiefe lokalisiert

Um 10.40 Uhr begannen sie damit, den Baggersee systematisch in jenem Bereich auf etwa 100 Metern von Ufer zu Ufer abzufahren, wo der 51-Jährige vor zwei Tagen zuletzt von seinen Kollegen im Wasser wahrgenommen worden war. Dabei kam ein Sonar zum Einsatz, das vergleichsweise schnell Auffälligkeiten an einer Stelle am Grund des Sees in 9,70 Meter Tiefe auf einem Bildschirm im Boot anzeigte.

Um 11.04 Uhr setzten die Polizeibeamten deshalb bereits eine Boje an der Verdachtsstelle mittig im See und kehrten zu einem der sandigen Uferbereiche zurück, wo die Polizei ihre Einsatzzentrale aufgebaut hatte.

Fund des Vermissten über Funk bestätigt

Zwei Taucher zogen sich umgehend um und bereiteten sich darauf vor, ins Wasser zu gehen, wobei die Expertennach der ersten Analyse der Sonar-Aufnahmen die Wahrscheinlichkeit auf 85 Prozent bezifferten, dass es sich tatsächlich um den Vermissten handeln würde. Allerdings hatte ein Sonar auch schon am Sonntag an vier Stellen Verdächtiges angezeigt, ohne dass der Mann anschließend gefunden worden wäre.

Um 10.40 Uhr begannen die Polizeibeamten am Dienstag damit, den Baggersee systematisch mit dem Sonarboot abzufahren. Um 11.04 Uhr setzten sie dann die Boje an einer Verdachtsstelle mittig im See. Dort bargen zwei Taucher dann um 12.14 Uhr die Leiche des Vermissten.
Um 10.40 Uhr begannen die Polizeibeamten am Dienstag damit, den Baggersee systematisch mit dem Sonarboot abzufahren. Um 11.04 Uhr setzten sie dann die Boje an einer Verdachtsstelle mittig im See. Dort bargen zwei Taucher dann um 12.14 Uhr die Leiche des Vermissten. © Lars Becker

Die beiden angesichts der geringen Sichtweite mit Taschenlampen ausgerüsteten Taucher waren um 11.35 Uhr im Boot und um 11.46 Uhr im Wasser. Sie verfolgten das Seil an der Boje bis zum Gewicht in die Tiefe. Um 12.14 Uhr bestätigten sie dann über Funk den Fund der Leiche.

Identität zweifelsfrei bestätigt

Der äußerlich unverletzte Leichnam des Mannes wurde von den Tauchern aus der Tiefe geborgen und vorsichtig an Land gebracht, wo die zuständigen Kriminalbeamten aus Lüneburg die Identität des Mannes zweifelsfrei bestätigen konnten - sowohl über einen Lichtbild-Vergleich als auch über Tätowierungen. Ein Notarzt für die Ausstellung des Totenscheines und ein Bestatter aus Rosche wurden zum Baggersee gerufen.

Die Technische Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig war mit vier Fahrzeugen und Boot nach Rosche gekommen.
Die Technische Einheit der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig war mit vier Fahrzeugen und Boot nach Rosche gekommen. © Lars Becker

Über den Bauleiter des polnischen Staatsangehörigen wurden die Angehörigen des 51-Jährigen über den tragische Ende der Vermisstensuche in Rosche informiert.

Baden im beliebten Baggersee verboten

Das Baden in dem Baggersee, der sich auf einem Privatgelände an der Deponiestraße in Rosche befindet, ist grundsätzlich verboten. Darauf weisen mehrere Schilder hin. Nichtsdestotrotz wird der See gerne genutzt, wie die Reste von Lagerfeuern oder Zigarettenstummel im Sand belegen.

An zahlreichen Stellen führen zudem vom Weg Trampelpfade zum Wasser. Teilweise ist das Wasser am Ufer sehr klar, schnell aber folgen dunkle Abbruchkanten. Die DLRG hatte gegenüber der AZ betont, dass das Schwimmen aus einer wärmeren in eine kältere Wasserschicht in dem Baggersee zu körperlichen Reaktionen wie Muskelkrämpfen oder Kreislaufproblemen führen könne.

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