Tim und Jürgen Jahnz sind verärgert

Kaputtes Kabel: 14 Tage kein Internet und Festnetz in Dörmte

Der 17-jährige Tim Jahnz aus Dörmte sitzt an seinem Schreibtisch. Auf seinen beiden Computer-Bildschirmen ist „Keine Internetverbindung“ zu lesen.
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„Keine Internetverbindung“ steht auf den Computer-Bildschirmen von Tim Jahnz aus Dörmte. Der 17-Jährige und sein Vater konnten wegen einer Störung 14 Tage lang weder online surfen noch im Festnetz telefonieren.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Der 17-jährige Tim Jahnz und sein Vater Jürgen aus Dörmte mussten 14 Tage ohne Internet und Festnetz auskommen. Der Grund war vermutlich ein beschädigtes Erdkabel. Frustrierend waren für die beiden auch die Gespräche in den Hotlines zweier Telekommunikationsanbieter.

„Es ist ein Wunder geschehen“, sagt Tims Vater Jürgen Jahnz mit einem Anflug von Ironie. Er vermutet, dass die Hauptleitung der Telekom, die am 3. März möglicherweise während der Glasfaser-Arbeiten am Ortsrand beschädigt wurde, der Grund für den Festnetz- und Internet-Ausfall war. Doch am Mittwoch beobachtete Jürgen Jahnz einen Techniker, der in der Feldmark außerhalb von Dörmte ein Kabel im Erdreich reparierte. Seitdem können Jahnz und sein Sohn endlich wieder telefonieren und surfen.

Trotzdem sind die beiden über den 14-tägigen Ausfall verärgert. „Das ist Steinzeit“, sagt Jürgen Jahnz im AZ-Gespräch. Sein Sohn empfand die anhaltende Internet-Störung als „total anstrengend“. Denn eigentlich wollte er sich Anfang März für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Altenpflege bewerben. „Ich konnte online aber keine Bewerbungen rausschicken“, erzählt der 17-Jährige, der zurzeit die Berufsbildenden Schulen I in Uelzen besucht.

Nur in der Küche schwaches Funknetz

Außerdem konnte er sich nicht in den Online-Unterricht seiner Schule einloggen. „Und Videokonferenzen funktionierten bei mir nur übers Handy, aber irgendwann war das Datenvolumen aufgebraucht“, erklärt er. Ein Nachbar habe deshalb seinen WLAN-Verstärker ins Wohnzimmerfenster gestellt. Dadurch bekam Tim ein schwaches Funknetz in seinem Haus – aber nur, wenn er in der Küche saß. „Es ist traurig, dass man so abhängig von der Technik ist“, sagt er. „Gerade jetzt in der Corona-Zeit, in der man sich nicht treffen kann, will man doch online was mit Freunden machen. Aber das ging einfach nicht.“

Mindestens genauso wie vom Festnetz- und Internet-Ausfall waren Tim Jahnz und sein Vater von den Gesprächen mit Hotline-Mitarbeitern genervt. Die beiden fühlten sich dabei wie ein Spielball zwischen ihrem Telekommunikationsanbieter Vodafone und der Telekom, der das Leitungsnetz gehört. „Als ich die Störungsstelle der Telekom anrief, hieß es: ,Wir können da nichts machen. Sie sind doch Vodafone-Kunde‘“, sagt Jürgen Jahnz.

Ping-Pong zwischen zwei Anbietern

Als er daraufhin Vodafone kontaktierte, habe er als Antwort bekommen: „Ein Techniker hat einen Kabel- oder Verteilerschaden festgestellt. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung des Schadens.“ Doch passiert sei bis gestern nichts. Und so sagt Jürgen Jahnz auch ohne Umschweife: „Wir fühlten uns verarscht.“ Mehrere Tage ging das verbale Ping-Pong-Spiel zwischen Vodafone und Telekom noch weiter, bis am Mittwoch endlich die Störung behoben wurde. Jetzt hoffen Jürgen Jahnz und sein Sohn, dass beim weiteren Glasfaser-Ausbau in Dörmte nicht wieder zufällig ein Kabel beschädigt wird.

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