Bunte Kugeln und ein Eisen-Engel

Aktion „Gärten bei Nacht“ feiert heute Abend im Kreis Uelzen Premiere

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Conny Schierwater lädt am Sonnabend von 19 bis 23 Uhr zum Besuch ihrer Hofanlage mit Garten in Borg ein. Dort können die Gäste auch viele Kunstobjekte bewundern, zum Beispiel blaue Kugeln und Schalen unter einer großen Weide.

Borg/Reinstorf – An der mächtigen Kastanie neben der Hofeinfahrt hängen silberne Kugeln an Schnüren. Conny Schierwater aus Borg nennt sie liebevoll „Gedöns“. Doch das ist nicht respektlos gemeint.

Denn es ist gar nicht so einfach, die vielen Kunstobjekte auf dem Bauernhof zu beschreiben, auf dem Conny Schierwater und ihr Ehemann Karsten leben. Am heutigen Samstag von 19 bis 23 Uhr können sich Interessierte den Hof im Rahmen von „Gärten bei Nacht“ genauer anschauen. Die Aktion, an der sich mehrere Gartenbesitzer beteiligen, findet erstmals im Kreis Uelzen statt. Der Eintritt ist frei.

„Wir haben keinen typischen Wohngarten, weil es ja ein landwirtschaftlicher Betrieb ist“, sagt Conny Schierwater. Stattdessen ist die gesamte Hofanlage als Garten zu betrachten. Ins Auge fallen zum Beispiel die selbst hergestellten Eisenfiguren. „Ich habe vor etwa 25 Jahren das Schweißen entdeckt. Das ist mein Ausgleich und mein Hobby“, erzählt Conny Schierwater. Auf diese Weise sind nicht nur Eisengerüste für Kletterrosen entstanden, sondern auch trichterförmige Halter für Kugeln, zudem Figuren, die durch die Witterung Rost angesetzt haben: Halbmond, Sonne und Hahn.

Auch geschwungene Backsteinmauern mit Verzierungen im Hundertwasser-Stil sind auf dem Gelände zu sehen. „Das ist unsere Schierwasser-Mauer“, erklärt die Hausherrin in Anspielung an den Nachnamen. Einer ihrer Lieblingsplätze ist unter einer großen Weide. Dort hat sie selbst gefertigte Eisentische und -stühle aufgestellt.

Morgen Abend wird das Licht von Kugellampen auf Gestellen für das passende Ambiente sorgen. „Die dunke Jahreszeit mag ich am liebsten“, schwärmt Conny Schierwater. „Wenn abends die Außenbeleuchtung angeschaltet wird, verlängert man ein bisschen den Tag. Es gibt nichts Schöneres.“

Auch im Garten von Christa und Rudolf Lühmann in Reinstorf, Am Fahrberg 17, steht die Kunst im Mittelpunkt. Verschlungene Wege führen durch das Naturparadies, gesäumt von Metallobjekten, die Rudolf Lühmann selbst gestaltet hat. „Das Material stammt vom Schrottplatz, das ist Kunst zum Nulltarif“, sagt er und lacht. Da gibt es zum Beispiel einen rostigen Eisenträger, der wie ein Engel aussieht. In der Nähe lädt eine Sitzbank, die aus einer Badewanne hergestellt wurde, zum Verweilen ein.

Auch Rudolf und Christa Lühmann aus Reinstorf öffnen morgen Abend ihren Garten für Besucher. Er bietet Naturteiche, Metallkunst und vieles mehr. 

Hinter jeder Biegung bietet sich ein neuer Anblick. Mineraliensteine, bunte Fliesen, Glasobjekte, Marmor, Spiegel und dekorierte Schaufensterpuppen säumen die Wege. Dazu gibt es Naturteiche mit Fischen, eine rustikale Holzhütte, Freiland-Kakteen, Obstbäume, Wildorchideen und blühende Sonnenblumen. „Die Leute sollen hier lustwandeln“, sagt Rudolf Lühmann. Beleuchtet wird das Ganze morgen von Laternen, Scheinwerfern und Feuerschalen. Auch das Haus der Lühmanns kann dann besichtigt werden. Dazu musiziert ein Ziehharmonikaspieler und eine Gartenfee tritt auf.

Am heutigen Samstag in der Zeit von 19 bis 23 Uhr sind kreisweit noch mehr „Gärten bei Nacht“ geöffnet. So präsentiert Birgit Hoyer ihren Wohngarten in Jastorf, Clemens Körner sein Kleinod in Brockhöfe und Petra Torkler ihren Wohngarten in Suderburg. Weitere Infos gibt es unter www.offene-gaerten-uelzen.de.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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