Wegen eines Formfehlers bleibt die Grundschule Stöcken vorerst doch erhalten

Abschied vom Abschied

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Weil die Samtgemeinde Rosche den Schulelternrat nicht angehört hat, bleibt die Grundschul-Außenstelle in Stöcken vorerst erhalten. Eigentlich sollte sie in diesem Sommer geschlossen werden.

Stöcken. Es war eine emotionale Feierstunde: Am 22. Juni hatten Schüler, Lehrer und Eltern Abschied vom langjährigen Schulstandort Stöcken genommen (AZ berichtete).

Auf Beschluss des Roscher Samtgemeinderates sollte die Außenstelle der Grundschule Rosche aufgrund der gesunkenen Schülerzahlen geschlossen werden. Die Stöckener Schüler sollten von August an im Hauptgebäude in Rosche unterrichtet werden.

Doch nun vollzieht die Samtgemeinde als Schulträgerin eine Rolle rückwärts: Die Außenstelle Stöcken bleibt bis auf Weiteres erhalten, für zwei Klassen beginnt dort in wenigen Tagen der Unterricht – die erste Klasse startet mit sieben Kindern, die dritte mit 13. Der Grund für die überraschende Wende: Die Samtgemeindeverwaltung hat vor der Entscheidung, den Standort Stöcken zu schließen, nicht den Schulelternrat angehört. Das ist laut niedersächsischem Schulgesetz aber zwingend erforderlich.

Daraufhin habe die Landesschulbehörde der Samtgemeinde mitgeteilt, dass eine Genehmigungsvoraussetzung für die Schulschließung fehle, sagt Bianca Schöneich, Pressesprecherin der Behörde. Der bisherige Ratsbeschluss ist somit nichtig. Deshalb hat die Samtgemeinde im Juli ihren Antrag zurückgezogen. „Die Samtgemeinde muss, wenn sie die Außenstelle weiterhin schließen möchte, nun erneut einen Antrag stellen“, erklärt Schöneich.

Verwaltungschef Herbert Rätzmann gibt zu, dass versäumt worden sei, den Schulelternrat rechtzeitig bei diesem Thema zu beteiligen. „Wir werden das Verfahren nun noch mal neu aufrollen“, kündigt er an. Das bedeutet: Nach Anhörung des Elternrates werden sich die politischen Gremien ein weiteres Mal damit befassen und einen neuen Beschluss fassen. Wie lange die Kinder in Stöcken bleiben werden, ist laut Rätzmann völlig offen.

Von Bernd Schossadowski

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