Radweg von Rosche nach Stöcken endet vorerst in Jarlitz

180.000 Euro pro Kilometer

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Hier ist erstmal Schluss: Bis zum Jarlitzer Ring wird der Radweg von Rosche aus gebaut. Von Jarlitz bis Stöcken müssen die Radfahrer weiter auf der Landesstraße fahren.

Rosche. 210 000 Euro – mehr will die Samtgemeinde Rosche nicht in den Radweg an der Landesstraße 254 zwischen Rosche und Stöcken investieren. Die Folge: Von den insgesamt 5,2 Kilometern werden nun nur noch drei gebaut werden können – von Rosche bis nach Jarlitz.

Die Kosten sind explodiert.

Der Rat der Samtgemeinde Rosche musste in seiner Sitzung am Donnerstagabend in Süttorf die weitere Vorgehensweise abstimmen. Gleichzeitig war es aber auch eine Art Rechtfertigung, warum das Projekt Radweg, über das seit 2004 diskutiert wird, erst in diesem Jahr und auch nur abschnittsweise umgesetzt wird.

Eckhard Meyer (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses der Samtgemeinde, wirft einen Blick zurück in die „unendliche Geschichte des Radwegs“. 2004 begannen die ersten Planungen. Die Kosten lagen bei 450 000 Euro. Doch dabei blieb es nicht: 2011 stiegen die Kosten auf 640 000 Euro. Ein Jahr später waren es bereits 700 000 Euro. Zu diesem Zeitpunkt hätte die Samtgemeinde die Hälfte bezahlen müssen, deshalb hat der Rat das Vorhaben abgelehnt. Als vom Bauträger, der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, das Signal kam, dass die Samtgemeinde nur noch 30 Prozent zahlen muss, wurden die besagten 210 000 Euro bereitgestellt. „Aber inzwischen liegen die Gesamtkosten bei 1,1 Millionen Euro“, bedauert Meyer. Grund für die gestiegenen Kosten sind laut Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann einige bauliche Herausforderungen: So muss der Radweg beispielsweise rund 20 bis 30 Zentimeter über dem Bodenniveau errichtet werden. Entwässerungskanäle, Querungen für die Landwirte und der Grunderwerb treiben ebenfalls die Kosten in die Höhe. „Zwischen Jarlitz und Stöcken stehen im Moment einige Streckenabschnitte nicht zur Verfügung“, bedauert Rätzmann.

Aufgrund der Kosten favorisiert die CDU/FDP-Gruppe den abschnittsweisen Bau, betont Michael Widdecke. „180 000 Euro für einen Kilometer Radweg“, kommentierte Heinz Schulze (CDU) kopfschüttelnd. Ekkehard Jost bestätigt im Namen der Grünen ebenfalls seine Zustimmung.

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