Vizekanzler von Heggenstaller GmbH quantitativ und qualitativ beeindruckt

Rösler im Schnelldurchgang

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Handfeste Industrieproduktion: Philipp Rösler, Dr. Carsten Merforth und Martin Schmidberger.

Uelzen. Ein Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister in Uelzen? Rainer Fabel kratzt sich am Kinn. „Kann ich mich nicht dran erinnern“, gibt der FDP-Landratskandidat leicht verlegen zu. Und auch die anderen Liberalen tappen im Dunkeln. „Ja, der Westerwelle war mal da.

Aber das war vor seiner Ministerzeit“, weiß einer von Fabels Mitstreitern zu berichten. Vor diesem Hintergrund war die gestrige Stippvisite von Philipp Rösler für die Freidemokraten in und um Uelzen ein besonderes Erlebnis.

Aber nicht nur für die Politik. Auch und gerade für die Anton Heggenstaller GmbH als Gastgeber bot der hohe Besuch aus der Bundeshauptstadt eine erstklassige Gelegenheit, eine Branche in den Mittelpunkt zu rücken, von der Rösler nach eigenen Worten „bisher noch nicht so viel wusste“. Dr. Carsten Merforth, Geschäftsführer des Unternehmens am Uelzener Hafen, und Werkleiter Martin Schmidberger leisteten Abhilfe und führten den Minister beim 60-minütigen Gang durch die Produktionshallen in das Cluster „Forst und Holz“ ein. Mit leuchtender Schutzweste und kleinen Ohr-stöpseln ausgestattet, erlebte Rösler einen Betrieb, wo Lärm, Staub, Hitze und Dampf gleichermaßen zu Hause sind. Echte Industriearbeit eben. Am Ende war der Minister beeindruckt. „Umsatz und Größe des Unternehmens sprechen für sich – sowohl quantitativ als auch qualitativ.“ Und: „Ich sehe, dass auch hier vor Ort die Themen Rohstoffe, Ressourcen und Fachkräfte hohe Priorität genießen.“

Eine Einschätzung, die Geschäftsführung und auch Rainer Fabel bestätigten. Es sei enorm wichtig, in einer eher strukturschwachen Region wie Uelzen nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch infrastrukturell ein Umfeld zu schaffen, das für Arbeitskräfte und Familien attraktiv sei, so der Tenor. „Vor diesen Hintergrund muss die A 39 kommen, das Wasser- und Schifffahrtsamt hier bleiben – und nicht degradiert werden – und der Elbe-Seitenkanal eine vorrangige Wasserstraße bleiben“, gab Fabel seinem Parteifreund gleich ein ganzes Bündel an Forderungen mit auf den Weg nach Berlin. Schließlich sei im Hafen noch Platz, rührte der liberale Spitzenkandidat die Werbetrommel für weitere Ansiedlungen.

Dass die nicht immer auf Gegenliebe stoßen, machte im Gegenzug Dr. Carsten Merforth deutlich: „Für uns ist es eine verfehlte Standortpolitik der Stadt Uelzen, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft im nächsten Jahr ein Betrieb aus der Holzbranche aufmacht.“ Immerhin bewege sich das traditionsreiche Werk der Sägeindustrie mit seinen Bereichen holzbe- und verarbeitende Industrie, Holzbaugewerbe und Holzhandel auf einem weltweit hart umkämpften Markt.

Apropos umkämpft: Auch um das Zeitbudget eines Vizekanzlers wird tagtäglich mächtig gerungen. Nach exakt einer Stunde war Schluss – zum Abschied schenkte die Heggenstaller GmbH dem Minister Fachliteratur. „Damit Sie und Ihre Zwillinge alles Wissenswerte rund um den Wald erfahren“, bemerkte Dr. Merforth mit einem Augenzwinkern. Und auch Fabel hatte den liberalen Schalk im Nacken, als er Rösler mit den Worten „und nächstes Mal bringst Du mehr Zeit mit“ in die Dienstlimousine entließ. Damit das freidemokratische Erinnerungsvermögen nicht wieder auf eine allzu harte Probe gestellt wird...

Von Andreas Becker

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