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Landkreis Uelzen: Raps als Konkurrent der Zuckerrübe

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Von: Lars Lohmann

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Rapsfeld im Landkreis Uelzen zwischen Strothe und Höver
Ein blühendes Rapsfeld zwischen Strothe und Höver: Der Anblick solcher gelben Blütenteppiche könnte im kommenden Jahr wieder häufiger im Kreis zu sehen sein. © Lars Becker

Leere Regale im Supermarkt: Die Suche nach einer Flasche Rapsöl verläuft dieser Tage meist erfolglos. Wird es daher bald wieder mehr gelb-blühende Felder im Landkreis Uelzen geben, nachdem die Anbaufläche in den vergangenen Jahren doch eher kontnuierlich gesunken ist? 

Landkreis Uelzen - Kreislandwirt Thorsten Riggert glaubt zwar, dass es im Landkreis Uelzen eine Steigerung beim Rapsanbau geben werde – aber eher in geringem Umfang. Und das trotz der steigenden Erzeugerpreise, die sich aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in einem Jahr nahezu verdoppelt haben. Zurzeit wird der Raps mit rund 800 Euro die Tonne gehandelt.

Der Grund für die mutmaßlich eher geringe Steigerung in Sachen Rapsanabu ist eine für den Landkreis besondere Situation: „Der Raps steht mit der Zuckerrübe in Konkurrenz“, sagt Riggert. Das wiederum liegt daran, dass beide Pflanzen zusammen schlecht in eine Fruchtfolge gebracht werden können. „Wenn man Zuckerrüben auf einen Feld anpflanzt, wo vorher Raps stand, blüht der Rübenacker zwar schön gelb, aber steht auch halb mit Raps voll“, erklärt er.

Trotzdem sei der Raps grundsätzlich eine interessante Feldfrucht, weil sich an den Warenbörsen derzeit gute Preise erzielen ließen und weil sie gut für den Boden sei. „Da wird es den einen oder anderen Landwirt geben, der sich entscheidet, Raps auf einem Teil seiner Fläche anzubauen und jetzt ein Geschäft fürs nächste Jahr abzuschließen“, glaubt Riggert. Der Vorteil sei, dass mit solchen Termingeschäften ein Abnahmepreis garantiert und somit das Risiko für den Landwirt geringer sei. „Er weiß dann, was er nächstes Jahr dafür in der Tasche hat und hat so wirtschaftliche Sicherheit.“

Gleichzeitig werde es auch auf die Rübenpreise ankommen, die Nordzucker den Landwirten für die nächsten Jahre anbieten werde. Wenn das Angebot gut sei, werde es auch automatisch wieder weniger Rapsanbau im Landkreis geben. Falls dem nicht so sei, könnte es sein, dass vermehrt Raps auf den Feldern steht. „Auch die Ernte im übernächsten Jahr wird beim Raps jetzt schon sehr gut bezahlt“, sagt Riggert.

Angebaut wird hauptsächlich Winterraps, dessen Aussaat im Herbst erfolgt – Landwirte konnten also nicht kurzfristig mehr Raps anbauen. Die Pflanze selbst bietet Landwirten Vorteile: So bereitet ihr Wurzelwerk den Boden für die weitere Fruchtfolge vor. In Niedersachsen ist die Anbaufläche 2021 um rund 13 300 Hektar gewachsen – das ist der größte Zuwachs im Bundesgebiet.

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