Preis-Explosion bei der A39?

mr Isenhagener Land. Jüngste Berichte über Preis-Explosionen bei öffentlichen Bauten haben die Bürgerinitiativen gegen die geplante A 39 alarmiert. Sie gehen davon aus, dass sie auch für dieses Autobahn-Projekt zuträfen. "Ursprünglich sprachen die A-39-Planer von 450 Millionen Euro, jetzt bereits von 660 Millionen, real aber würden die wirklichen Kosten im Falle eines Baus dieser Nonsens-Autobahn weit über 1,3 Milliarden Euro betragen", sagte Annette Niemann als Sprecherin der nunmehr 35 Bürgerinitiativen zwischen Lüneburg und Wolfsburg gegen die A 39.

Niemann bezieht sich darauf, dass die Planer mit sechs Millionen Euro je A-39-Kilometer rechnen, während der CDU-Wirtschaftsrat die Gesamtkosten je Kilometer Autobahn auf durchschnittlich 26.8 Millionen Euro schätzt, davon rund 15 Millionen Verwaltungs- und Gutachterkosten.

Im ZDF-Magazin "frontal 21" hatte der Münchener Oberbürgermeisters Christian Ude in dieser Woche gesagt, dass "bei politisch umstrittenen Großprojekten immer am Anfang ein Lockvogelpreis genannt wird und die bitteren Einsichten kommen erst später, wenn das dicke Ende der Gesamtkosten sichtbar wird".

Nach Ansicht von Niemann seien die Bundestagsabgeordneten bei der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans im Jahre 2004 über die wahren Kosten der A 39 ebenso getäuscht wie über deren "realistisches Nutzen-Kosten-Verhältnis". Sie rechnet damit, dass die A39 verhindert wird – wegen des Widerstands und aus finanziellen Gründen.

Erschienen: 27.09.2007: IK / TZ / Seite:3

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