29-jähriger Emmendorfer beim Online-Banking betrogen – über 2000 Euro weg

Plötzlich ist das Konto leer

Böses Abfischen im Internet: Haben die Betrüger erstmal persönliche und vertrauliche Daten wie Kreditkartennummern oder Transaktionsnummern am Haken, wird es ernst. Foto: dpa

ib Uelzen/Emmendorf.

Er sollte eine Testüberweisung vornehmen, bei der angeblich kein Geld überwiesen werde – und dann war es geschehen: Ein 29-jähriger Mann aus der Gemeinde Emmendorf wurde am Sonntagnachmittag Opfer einer sogenannten Phishing-Attacke – mehr als 2000 Euro wurden von seinem Konto ergaunert. Der junge Mann erstattete Anzeige bei der Polizei.

Gegen 14.30 Uhr wollte der 29-Jährige daheim am Computer eine Online-Überweisung vornehmen. Dabei öffnete sich eine neue Startseite des entsprechenden Geldinstituts mit dem Hinweis, dass eine Sicherheitsüberprüfung vorgenommen werden solle. Dazu musste der 29-Jährige eine Testüberweisung vornehmen, bei der angeblich kein Geldbetrag abgehoben werden sollte. Nach Eingabe der Transaktionsnummer (TAN) kontrollierte der Bankkunde seinen Kontostand und musste feststellen, dass ein Betrag von über 2000 Euro abgebucht worden war. Er verständigte umgehend seine Bank und ließ sein Konto sperren.

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „Phishing“ das „Abfischen von Passwörtern“. Doch nicht nur Passwörter werden durch die Betrüger trickreich in Erfahrung gebracht. „Auch an weiteren persönlichen Daten wie Name, Geburtstag, Anschrift oder eben an Bankverbindungen beziehungsweise Online-Banking-Zugangsdaten und Transaktionsnummern sind die Datenklauer interessiert“, weiß Nicole Winterbur, Sprecherin der Polizeiinspektion Lüneburg, die auch für den Landkreis Uelzen zuständig ist. „Dafür versenden diese Kriminellen fingierte E-Mails, sogenannte Phishing-Mails, die den Empfänger dazu veranlassen, die persönlichen Daten preiszugeben.“

Wem etwas „spanisch“ vorkommt, der sollte sich lieber einmal mehr über den Absender beispielsweise einer E-Mail informieren. Denn sind die persönlichen Daten erst einmal in der Hand der Täter, kann hoher finanzieller Schaden entstehen. Wer den Verdacht hat, Opfer einer Phishing-Attacke geworden zu sein, der muss schnell handeln.

Die Polizei rät in diesem Fall:

• Sperren Sie sofort den Onlinezugang für das betroffene Konto bei Ihrem Kreditinstitut.

• Prüfen Sie, ob auf dem Konto Verfügungen vorgenommen wurden, die nicht von Ihnen stammen.

• Sichern Sie betrügerische Mails, die Sie erhalten haben.

• Erstatten Sie im Schadensfall Anzeige bei der Polizei.

So bequem das Erledigen von Bankgeschäften vom heimischen Sofa aus auch ist – ein gesundes Misstrauen der elektronischen Bank und elektronischer Post gegenüber sollte bewahrt werden – auch und vor allem dann, wenn die Botschaften mit bekannten Logos und in vertrauter Gestaltung aufwarten. Bei Aktivitäten im Internet sollte man sich deshalb immer vergewissern, mit wem man es zu tun hat. „Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser“, rät Nicole Winterbur. „Tragen Sie ständig benötigte Internet-Adressen in die Favoritenliste Ihres Browsers ein und folgen Sie nicht den in E-Mails angegeben Links.“

Beim Online-Banking gilt, dass Kreditinstitute grundsätzlich keine vertraulichen Daten per E-Mail oder per Telefon von ihren Kunden abfordern. Wer sich unsicher ist, sollte Rücksprache mit der Bank halten. Passwörter und Transaktionsnummern oder andere persönliche und vertrauliche Daten sollten nie per E-Mail übertragen werden. Wer seine Bankgeschäfte erledigt, sollte sich aus seiner Online-Sitzung abmelden.

Winterbur: „Schließen Sie nicht nur das Browserfenster, sondern wechseln Sie auch nicht vor Ihrer Abmeldung auf eine andere Internet-Seite.“ Außerdem sollten regelmäßig Kontostand und Kontobewegungen kontrolliert werden, damit man schnell reagieren kann, falls ungewollte Aktionen stattgefunden haben.

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