Plögen und Drillen

Von Carl Friedrich Bautsch - Von Carl Friedrich Bautsch Een olen Spruch seggt: „Dat beste Wappen up de Welt, dat ist een Pflog im Ackerfeld.“ Pleugen, dat wär fröher in Harwst und im Fröhjohr de Hauptarbeit up’n Feld. Wat een richtigen Kutscher wär, de möß jümmer eene gerade Furche pleugen.

Könn man hüt ok de Poliker empfehlen, nich hen und her, oder krumm und mit Winkelzüg, jümmer gerade ut, denn wär’n de ok eenen richtigen Stürmann vör uns. Dagelang von morgens fröh, bet ton Meddag und denn von Klock een bet Klok söß, heet dat vör de Kutscher domals, Peerlei öwern Puckel, Schritt vör Schritt achtern Plog in de Fuuhr lang gahn. In Krieg, harn wie, weil de Peer je introcken wärn, ok Ossen. Ton Ossengespann seggt man, gehört ümmer dree Ossen, twee de treckt und een de de jüm stüürt. Lahsa de Kriegsgefangene ut Serbien, kööm nich richtig kloor mit jüm. Wenn de een Oss keen Lust mehr har, legg he sik eenfach batz daal in de Fuuhr. He könn noch soveel kröhlen und em schlaan, dat dur sein Tied bet he wedder hoch kööm. Meen sien Kamerad Jika: „Chef ich das machen, ick versteh!“ Je und as Jika mit de Ossen nu pleug, schmeet sik de een Oss glieks wedder daal. Jika hal een oole Zeitung ut de Tasch, een Striekholtschachtel mit Rietsticken, brenn de Zeitung an und legg de ünnern Ossen. Ruck zuk, wär de Oss wedder hoch. Schon na twee Daag har de Oss dat kapiert und hett sik nich wedder een- fach daalleggt. Nu har dat Gespann blos twee Ossen, und eenen Kutscher, de klöker wär as de beiden Ossen. Mit Peer möß man min- destens 2 Morgen an Dag, dat wär so de Regel, mit’n „Schwungplog“ pleugen. Dat Schoohtüch domals har noch keen „Fußbett“ oder „Luftpolster“. Man drög Ledderschooh, mannigmal mit Gamaschen, oder Ledderstäbel (Knobelbecher) oder Gummistäbel. In Winder trock man Holtschooh an, dor köm Stroh rin, poor Foodlappen wörn üm de Fööd wickelt, denn kräg man keen koole Fööd. Sün ganzen Dag pleugen, dat sind so ungefähr 20 Kilometer to Food in de Fuuhr lang gahn. Dorto köm denn noch de Wech na‘n Feld hen und t‘rüch. Söß Arbeitsdaag ohne Wochenend, denn wärn dat also so 130 Kilometer de man loopen har jede Woch. Wer wör dat hüt woll maken? Tokieken dän de veelen Krein, de jümmer de frischgpleugten Fuhrn na Müüs und Wörm, „Drahtwörm,“ vör allem „Engerlinge“ von de Maikäwers, affsöken dän. Krei‘n und ok Elstern gäwt dat veel, vör allem Saatkrei‘n und Nebelkrei‘n. Wör pleugt, hölpen se somit dan Buurn. Bi‘n Drillen wär dat anners, dor freeten se gern de frischgedrillten Körn. Reeg vör Reeg picken se de, wenn de Saat to flach rinkommen har, wedder rut. Gustav, de Daglöhner, har wie alle Daglöhner, ok von Buur Deputatland. Meistens drill he in sien Land eerst kott vörn düster war’n, de Saat rin. Frög em eem Buur mal: „Kannst je bald nich mehr sehn, harst doch morgen dien Roggen drilln könnt.“ „Nee Buur“, antwort he, „dat mak ick mit Absicht abends. Ik bin doch schlau. Kiek mal wenn dat düster is, sind de Krein doch all in Holt, denn seeht de doch nich, wo ik dan Roggen drillen do, is doch kloor? Denn könnt se doch de Saat an annern Dag nich so licht wedderfinden, ik heff mik dat woll öwerleggt.“

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimatdichter über Land und Leute der hiesigen Region.

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