In Tod und Trauer sind alle gleich

Es war eine bewegende Woche für Uelzen. Die Menschen haben sich von einem der Ihren verabschiedet, der auf dem ganz großen Politikparkett mitgemischt und dennoch den Bezug zu seiner Heimatstadt nie verloren hat: Dr. Peter Struck.

Nach umfangreichen Vorbereitungen wurde ihm mit einer großen Trauerfeier am Donnerstag in St. Marien die letzte Ehre erwiesen – und mit dabei war fast alles, was die aktuelle Prominenz der Bundespolitik derzeit zu bieten hat. So hart sie Tag für Tag in ihrem Geschäft auch sein mögen, so unnahbar sie scheinen, so professionell sie sich geben – an diesem Tag in St. Marien waren sie alle nur Menschen. Menschen, die trauern, die mitfühlen, die sich gegenseitig trösten.

Sonst so scheinbar Starke, die Schwäche zeigen, die weinen. Die weinen um einen Menschen, der sie alle wiederum auf gewisse Weise miteinander verbunden hat. Ob es die persönliche Trauer um den Verlust eines Wegbegleiters und Freundes war, das Mitgefühl für die trauernde Familie oder die Ergriffenheit über die bewegende Ehrerweisung der Soldaten vor ihrem toten Minister – der gemeinsame Schmerz hat all die Großen und Wichtigen mit den Kleinen und Unscheinbaren in diesem Augenblick gleich gemacht. Der Tod eines nahestehenden oder geschätzten Menschen führt auch die eigene Sterblichkeit vor Augen.

Er macht einem bewusst, dass keine Macht und Mächtigen der Welt es vermögen, ihm zu entgehen. Der Tod behandelt alle gleich. Und so sind nach diesen bewegenden Tagen sicher viele – prominent oder nicht – mit den Gedanken an die Dinge nach Hause gegangen, die der Abschied von Peter Struck so eindringlich vor Augen geführt hat: dass unser aller Lebenszeit begrenzt ist und dass wir sie nutzen müssen. Wir müssen unsere Zeit nutzen für die Dinge, die wir tun und sagen möchten.

Damit nichts zwischen uns und den anderen steht, wenn wir eines Tages ungefragt für immer gehen müssen. Peter Struck jedenfalls hat all diese Dinge getan und gesagt.

ines.braeutigam@az-online.de

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