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Pensionswelle bei der Polizei im Landkreis Uelzen

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Von: Lars Lohmann

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Im Landkreis Uelzen gehen in den nächsten zehn Jahren gut zwei Drittel der Polizeibeamten in Pension.. (Symbolbild)
Im Landkreis Uelzen gehen in den nächsten zehn Jahren gut zwei Drittel der Polizeibeamten in Pension.. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

60 Prozent der Polizeibeamten im Landkreis Uelzen werden in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen – landesweit die meisten.

Landkreis Uelzen - Das ergibt sich aus dem am Freitag vor Pfingsten veröffentlichten Personalstrukturbericht 2020 des Landes Niedersachsen.  Für Sebastian Gruner, den Vorsitzenden des Polizeiinspektionsverbandes Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), ist das Anlass zur Sorge. Er fordert wie der DPolG-Landesverband eine Einstellungsoffensive in Anbetracht der Pensionierungswelle.

„Das Fachwissen so vieler erfahrener Ermittler kann nicht einfach so ersetzt werden, das müssen wir weiterreichen. Daher muss man sich schon jetzt Gedanken machen, wie der Übergang funktionieren soll“, sagt Grunert. Denn einem Anfänger fehle der Erfahrungsschatz, auf den ein erfahrener Ermittler zurückgreifen könne.

Die derzeit 5000 Studienanfänger, von denen 4500 den Abschluss schafften, werden laut Grunert nicht ausreichen, um die Pensionierungswelle aufzufangen. Denn landesweit gingen mit 8200 Bediensteten mehr als ein Drittel der Polizeibeamten in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand – und im Bereich Uelzen sogar fast zwei Drittel. „Wir müssen jetzt unbedingt die Zahlen wieder aufbauen und Schwerpunkte setzen, sonst trifft uns das noch härter“, warnt Grunert.

Die Arbeit für die Beamten werde zudem nicht weniger, sondern mehr. „Ob nun Cybercrime oder anderes: Die Aufgaben werden immer mehr und komplexer, aber wir werden immer weniger für das Mehr an Aufgaben“, sagt Grunert und verweist auf die hohe Anzahl von Überstunden, die jährlich anfallen. Derzeit sind laut dem Bericht etwas mehr als 22 000 Personen in Niedersachsen im Polizeidienst beschäftigt.

Auch die zweite Polizeigewerkschaft, die GdP, fordert vom Land zusätzliche Einstellungen, um die Pensionierungswelle zu kompensieren.

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