Peerhandel

Von Carl Friedrich Bautsch - Wenn fröher Markt in Uelzen oder in Bämsen wär, wär ok Peermarkt. Dat Peerd wär dat Wichtigste up’n Hoff. Een Gespannn „Hannoveraner“ vör de leichten Arbeiten und vör de Kutschwagen harn se meistens. Vör de schworen Arbeiten wörn Kooltbloot Peer nommen, „Belgier“, „Oldenborger“.

Peer wärn de Stolz von de Buurn. Jeder praahl von sien Peerd, genau as wenn eener hüt von sein Autos schnackt. Peer aber wärn ok düür. Man har domals „Peerkassen“, de de Peer versichern dän. Dat wär sowat wie hüt „Vollkasko“ bi Autos. De Peerhändler wär’n rieke Lüüd. Leegen dän de nie, blos se sä’n oft nich de Wohrheit. Zigeuner de domals noch ümhertrocken, verkoffen ok geern Peer. Weil man dat Öller von Peerd an de Tään erkennen könn, nömen se eene Fiel und möken de Peer jünger as se wärn. Höllisch möß man also uppasen bi’n Handel. Uppschräben ward bi’n Peerhandel nix, dor gilt ok hüt noch de Handschlag. Düsse Handschlag is aber mehr Wert as alles Papier und versiegelte Urkunden, de de Advokaten hüt „viegelinsch“ upschriewt. Bin Handeln möss man genau henhör’n, wat man sä und wat de Peerhändler noch nebenbi seggt har. Wenn he meen „Dat Perd fleut’ und singt bi de Arbeit“ und man denn faststelln dä, dat dat een „Kehlkoppfeifer“ wär, kreeg man as Antwort: „Ik heff doch seggt dat he bi de Arbeit fleuten und singen deiht.“ So manch een Buur de nich uppasst har, könn dorbi rinfalln.“ Man möss jedet Wort up de Goldwacht leggen. De Handschlag besiegel alles. Bi sün Peerhandel up’n Markt gäw dat ok „Litzenbrööder“. Dat wärn Lüüd, de von Peehändler Geld „ünner de Hand“ krägen. De mössn hölpen de Peer an Mann to bringen. Een Buur köm mal na Huus und zeig stolz sien Froo wat von good Peerd he kofft har. Do meen de Froo: „Dor hebbt se dik aber schön anschmeert, dat Peerd is je up een Oog blind.“ Bet’n verargert sä de Buur: „Mama, wat makt denn dat, wat dat Peerd upp dan Henweg nich sehn hett, kann he sik je upp’n Trüchweg ankieken.“ Schade dat hüt in de Politik de Handschlag nich mehr gilt. Hüt möt Goodachter siedenlange Berichte schrieben, achter de se sik denn verstäken könnt. Bürokraten möt dat in Beamtendütsch, mit all ehre Pargraphen to Papier bringen. Rechtsantwälte freut sik, dat weder uteenanner to puulen und verdeent dorbi veel Geld. Ik wör mik freun, wenn öwerall, ok in de Politik de „Handschlag“, „giw mik de Hand dorrup“, „dor hol ik mien Hand vör in’t Füür“ wedder inföhrt wör und dat Wort wat man geben hett, ok Gültigkeit har, wie bin Peerhandel. Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimatdichter über Land und Leute der hiesigen Region.

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