Ordnungssinn. . .,

. . . ja sogar Reglementierungswut sagt man den Deutschen ja gerne nach. Das hat seine Vorteile, schließlich weiß man in fast jeder Lebenslage, woran man ist. Der Umstand, dass sich die Deutschen aber gerne auf der sicheren Seite wissen und auch ihre Mitmenschen gerne erziehen, sorgt aber auf für seltsame Stilblüten.

Von einer solchen wusste jüngst Uhlenköpers Bekannter zu berichten. Der hatte nämlich beschlossen, sein Fahrrad auf Vordermann zu bringen. Dazu gehört natürlich auch eine intakte Lichtanlage. Also ab zum Fachhändler, um für die Rückleuchte eine neue Birne zu besorgen. 9 Euro rechnete der Verkäufer aus und begründete das auch gleich: Nur der Austausch der Birne reiche nicht aus, vielmehr müsse das gesamte Rücklicht ausgetauscht werden. Begründung: Wenn man mehr als zehn Minuten mit einem defekten Licht fahre, sei danach die gesamte Lampe kaputt. So wolle der Gesetzgeber Radler zwingen, sofort abzusteigen und zu schieben, wenn das Licht ausfällt – denn wer ruiniert sich schon die gesamte Leuchte. Uhlenköpers Bekannter hat das angeblich jedenfalls getan: das Rücklicht ruiniert, weil nur das Vorderlicht brannte. Entweder ist er einem besonders abgekochten Verkäufer auf den Leim gegangen, oder aber in Deutschland ist auch das Thema Fahrradlicht auf diese Weise geregelt. Wundern würde das nicht den Uhlenköper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare