Die „Oberschule“ ist im Kern eine KGS

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Rolf Meyer

Derzeit steht die Frage der künftigen Schulstruktur im Mittelpunkt der politischen Debatte Niedersachsens. Was ist eigentlich eine „Oberschule“? Im Kern ist es eine Kooperative Gesamtschule (KGS): entweder mit Hauptschule und Realschule oder mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasialzweig.

Rolf Meyer (SPD)  - Daneben bleibt das Gymnasium erhalten. Gestritten wird noch um die Integrierte Gesamtschule (IGS), weil die Landesregierung bisher nicht bereit ist, die Hürden für ihre Gründung zu erleichtern. Was ist davon zu halten? Für CDU und FDP eine Wende um 180 Grad, denn bisher war immer davon die Rede, es müsste drei Schulen für drei Begabungen geben. Eine Begabung ist wohl verloren gegangen. Damit bricht die bisherige Argumentation zusammen: 1. Es ist gut, dass CDU und FDP akzeptieren, dass die Hauptschule nicht mehr erhalten werden kann. Damit kann auch in der Fläche das Angebot verbessert werden, denn nun ist es für Schulträger leichter, Schulen zusammenzulegen. Für die Schüler ist das eine Verbesserung und darauf kommt es an. 2. Entscheidend wird sein, die „Oberschule“ (der Name ist irre) Typ 2 (mit Gymnasialzweig) einzurichten, denn das ist das , was Eltern und Schüler wünschen. An möglichst vielen Schulen sollen alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden. 3. Die SPD wird diesem Gesetz nur zustimmen, wenn für Integrierte Gesamtschulen gleiche Bedingungen geschaffen werden. Bisher ist es viel schwieriger, neue IGS-Standorte einzurichten, weil man immer noch an der Fünfzügigkeit pro Jahrgang festhält. Die gilt für keine andere Schulform. Ich wünsche mir, dass CDU und FDP nun auch den zweiten Schritt machen, damit endlich wieder über Qualität in der Schule gesprochen werden kann. Die Demonstrationen um die Castor-Transporte nach Gorleben haben deutlich gezeigt, wie überflüssig die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist. Wir brauchen den Strom aus den AKWs nicht, denn hier geht es nicht um eine Brückentechnologie, wie Frau Merkel sagt, sondern in Wirklichkeit ist es eine Verhinderungstechnologie. Alle, die sich bei erneuerbaren Energien engagieren, werden erhebliche Probleme bekommen. Dezentrale Produzenten wie zum Beispiel die Stadtwerke, der erforderliche Ausbau der Stromnetze, die weitere Entwicklung bei Wind- und Sonnenenergie – alles wird verzögert und schwieriger. Profitieren tun dabei ausschließlich die vier großen Konzerne, die die Atomkraftwerke betreiben, weil sie Milliardengewinne einstreichen und ihre Marktposition noch weiter ausbauen können. Eine unsinnige Ener- giepolitik, die den gesellschaftlichen Konsens kaputt macht.

Rolf Meyer (SPD) aus Celle ist als Landtagsabgeordneter für den Landkreis Uelzen zuständig.

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