Uelzens Kreisbrandmeister schlägt Alarm

Nur 13 Prozent aller Haushalte in Niedersachsen haben Rauchmelder richtig installiert

Ein Rauchmelder an der Decke
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Rauchmelder sollten laut Kreisbrandmeister Helmut Rüger immer in der Mitte des Raumes angebracht werden. Manchmal sei es sogar sinnvoll, mehrere Melder in einem Raum anzubringen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Uelzen/Landkreis – Die Landesinnung der Schornsteinfeger schlägt Alarm. Nur 13 Prozent aller Haushalte in Niedersachsen sind optimal durch Rauchmelder geschützt. 16 Prozent haben ihre Melder falsch installiert, und 26 Prozent haben gar keine, obwohl landesweit eine Rauchmelderpflicht besteht. Das sind die Ergebnisse einer Felderhebung mit 5300 Befragten. Auch für Uelzens Kreisbrandmeister Helmut Rüger, der selbst Schornsteinfeger ist, ist das Ergebnis alarmierend.

„Die Akzeptanz der Rauchmelder ist leider nicht ganz so gut“, sagt er. Wobei mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen wäre da die Bequemlichkeit, einfach auf die Installation zu verzichten. „Manche hängen den Mythos an, dass sie schon aufwachen werden, wenn das Haus brennt. Dem ist aber nicht so. Im Schlaf werden die Sinne heruntergefahren, und man riecht keinen Rauch mehr“, sagt Rüger. Wieder andere glaubten, dass Steinhäuser nicht brennen würden, das Haustier sie schon rette oder von den Rauchmeldern schädlicher Elektrosmog ausgehe.

„Rauchmelder retten Leben“

Daher sei es wichtig, den Menschen immer wieder die Funktion und Wichtigkeit von Rauchmeldern zu vermitteln. Denn es ist eigentlich ganz einfach. „Rauchmelder retten Leben“, sagt Rüger. Daher sei es sehr wichtig, sie fachmännisch zu installieren und sich zur Not auch Hilfe zu holen. Die geben etwa die Schornsteinfeger. Einige Regeln seien aber einfach zu befolgen, sagt der Kreisbrandmeister. So sollten Rauchmelder möglichst in der Mitte der Räume angebracht werden. Sie dürfen aber nicht verdeckt sein, zum Beispiel durch einen größeren Lampenschirm, weil die Rauchmelder ansonsten zu spät Alarm geben.

Vorgeschrieben sind die Rauchmelder in den Schlafzimmern und den Fluren, die von ihnen zum Ausgang führen. In manchen Räumen mache es auch Sinn, mehrere Melder anzubringen, wenn es zum Beispiel unterschiedliche Deckenhöhen gibt. „Wer einen Wirtschaftsraum hat, in dem er Elektrogeräte stehen hat, sollte dort auch einen Rauchmelder anbringen“, empfiehlt Rüger. Das gelte auch für Räume, in denen zum Beispiel die Akkus von Pedelecs aufgeladen werden. „Im Landkreis hatten wir schon Fälle, bei denen so ein Brand ausgelöst wurde“, berichtet der Kreisbrandmeister.

Regelmäßige Wartung wichtig

Wenn die Rauchmelder eingebaut sind, ist auch die Wartung wichtig. „Der Akku muss regelmäßig überprüft werden, ansonsten nutzt das beste Gerät nichts“, sagt Rüger.

Neben den Rauchmeldern empfiehlt er zumindest für die Besitzer von Öfen oder Heizungsanlagen sogenannte Kohlenstoffmonoxid-Warner. Diese stellen fest, ob das giftige, farb- und geruchlose Gas beim Heizen entweicht. Wenn geringe Mengen des Gases austreten, sind die Symptome – Kopfschmerz und Müdigkeit – meist schwer vom Arzt zuzuordnen. Wird es in erhöhten Konzentrationen eingeatmet, ist es tödlich. Weltweit gilt es als Ursache der Hälfte aller tödlichen Vergiftungen.

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