„Nützt der Altmark wenig

Der anwesende Bürgermeister gab konkrete Auskünfte an der Landkarte zum angedachten Trassenverlauf.

ws Werben. Zu einer öffentlichen Information und Diskussion über den geplanten Bau der B190n mit Elbquerung bei Werben/Havelberg hatte der BUND, Ortsgruppe Altmärkische Wische, in den Rathaussaal von Werben eingeladen.

Klaus Kirstein, Sprecher der Ortsgruppe und ehemaliger Bauingenieur, begrüßte die 14 Teilnehmer und gab, akustisch von vorbeirasenden Kfz begleitet, die Zahlen der prognostizierten Verkehrsuntersuchungen für verschiedene Abschnitte des regionalen Bundesstraßennetzes bekannt. Nach dieser Prognose würde dann im Jahre 2015 die Belastung der neu zu bauenden Straße zwischen dem Autobahnabzweig der A14 bei Seehausen und dem Elbestädtchen bei 9000 bis 17000 Fahrzeugen pro Tag liegen. Zweifel wurden daran gehegt, ob eine Bundesstraße, die zweispurig gebaut ist, dieses Verkehrsaufkommen verkraften kann, da etwa das gleiche Verkehrsaufkommen zwischen Magdeburg und Wolmirstedt auf einer vierspurig ausgebauten Straße vorliegt.Einig waren sich fast alle Teilnehmer der Gesprächsrunde darüber, dass der Brückenschlag und die Fortführung der B190n über Havelberg bis zur B167 (Neuruppin mit Autobahnanschluss A 24) zu einer mautumgehenden Route für den Lkw-Verkehr aus Nordpolen und den baltischen Staaten in Richtung Hannover und weiter nach Westen führen wird. "Eine vom internationalen Lkw-Verkehr überlastete B190n nützt der Altmark wenig und bringt auch die Pendler unserer Region nicht wesentlich schneller zu ihren Arbeitsstellen in westlicher Richtung" so das Fazit eines Teilnehmers. Auf die Nachteile in Richtung des sich entwickelnden Fremdenverkehrs in der Region wurde hingewiesen und der Vorschlag, das vorhandene Straßennetz an Kreis- und kommunalen Straßen anstelle der B190n optimal auszubauen, fand in Werben allgemeine Zustimmung.Nur bei all den berechtigten Bedenken wurde den Teilnehmern nicht klar gesagt, dass es im Moment nicht mehr um den Bau- oder den Nichtbau geht, sondern diese Entscheidung bereits auf politischer Ebene getroffen ist. Konstruktive Vorschläge zur Optimierung des Trassenverlaufs mit einer maximalen Anzahl von Überquerungen für die Bewohner, eventuelle Lärmschutzmaßnahmen wären eine echte Bereicherung der Veranstaltung gewesen.Die Bedenken der Ortsgruppe wurden in schriftlicher Form dem Bundestagsabgeordneten Marko Mühlstein übersandt."Wir wollen keine neue B190n und auch keine Brücke über die Elbe bei Werben, da sie uns höchstwahrscheinlich nur Nachteile in der Region bringt", so, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Tenor der Veranstaltung der Ortsgruppe des BUND in Werben.Der anwesende Bürgermeister gab konkrete Auskünfte an der Landkarte zum angedachten Trassenverlauf.

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