Nikolausdag

Nu is dat wedder sowiet, am 6. Dezember ward all seit Johrhunderten Nikolausdag fiert. De Ursprung sall je von dan Bischof Nikolaus von Myra, de je in 4. Johrhundert läwt hett, affstammen. Sien ganzet Vermögen hett he spend üm de veelen armen Kinner to hölpen.

He wär as de heilige „Sankt Nikolaus“, ok de Schutzpatron von de Fischer, Schiffer und Flösser, dorher öwerall de Nikoleikerken. Ok Schutzpatron von de Affthekers, de Bäckers, de Buurn, Getreidehändler und sogor von de Räuber und Gaukler.

Ob de groden Bankdirektoren, Räuber sind dat je nich, ok Schutzpatron hebbt, weet ik nich, aber Geld verschenken an arme Kinner, dor heff ik noch nix von hört. Nikolausdag wär fröher sogor in manche Länder een Fierdag, hüt noch in Spanien. Bi uns weet wie, dat an düssen Dag all de Kinner eenen Schoh vörn Finster stellt und dorup teuwt, dat he dor Schoko-lade und Nött rinleggt.

Adventstied is een Tied wo man an seine Kindheit denkt. In een Gedicht heet dat: „Ole Lüüd in griesen Hoor, denkt torüch an ehre Kinnerjohr und in goldenen Talglichtschimmer singt se Wihnachtsleeder mit de Enkelkinner.“

Wat wär dat fröher schön, as wie Kinner noch an Wihnachtsmann glöben dän. Schon ab 1. Advent stell’n wie uns blankgeputzten Schooh vörn Finster und harn Angst, dat dor keen Rouh (Rute) in stäken dä.

Weet de Kinner hüt noch wat een Rouh is? Manche Kinner, so glöw ik, de man een Rouh zeigen dä, wörn seggen, dat is een Bessen. Man möss ordentlich und artig wäsen, denn wenn dor mal eene Rouh in Schooh liggen dä, wör de nich wechschmetten, sondern vör alle Fälle up’t Schapp leggt. Wenn de Wihnachtsmann hüt noch een Rouh bringen dä, möß man em je anzeigen, weil Prügelstrafe je verbaden is. So verkehrt wär een Rouh gornich, lüttgen Moorsvull het keenen schadet.

Nikolausdag, so wär dat fröher möß man ok eenen Wunschzettel, de man sülmst schräben har, in Schooh oder Pantüffel leggen. Dat heet akkurat schrieben ohne Fehlers und bescheiden mit sien Wünsche wäsen. Wenn denn annern Dag morgens de Nikolaus oder sien Knecht, „Knecht Ruprecht“, dan Zettel rutnommen har, wär alles kloor.

Domals gäw dat kum Schokolade, Sötigkeiten und Schnökersaken wie hüt, aber Nikolausdag freu man sik wenn een Wihnachsmann ut Schokolade, Kringel und Haselnött in Schooh legen.

Een Keerl, de an sein Kindheit dach, sä mal to sein Froo: „Dütjohr will ik mik mal as Wihnachtsmann verkleeden. De Kinner söllt dat ok mal erläben, wie dat in uns Kindheit wär.“ He koff sik een Wihnachtsmann-Kostüm, trock sien Gummistäbel an, sett eene Winachtsmann-Maske mit langen Boort up und klopp mit de Rouh an de Döör. Minsch, dach he, wat de lütgen Kinner woll seggt.

De Froo sä „herrein“ und he stapst in de Stuw rim. Denn sä he verstellter groffer Stimm: „Von drauß von Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.“ Wieder kööm he nich, denn sien lütt Jung sä ganz luud: „Mama, is Papa besaapen?“

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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