Eine neues Zuhause für Finchen

Lüneburgerin nimmt vernachlässigte und ausgesetzte Pekinesen-Hündin auf

Hündin Finchen in ihrem neuen Zuhause in Lüneburg.
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Bei einer Lüneburger Tierfreundin hat die ausgesetzte Hündin Finchen ein neues Zuhause gefunden. Inzwischen beginnt ihr Fell zu glänzen.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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„Süße Maus mit schwerem Schicksal“, so titelte die AZ vor anderthalb Wochen. Die Geschichte von Finchen, die offenbar krank und vernachlässigt an der Landesstraße zwischen Ebstorf und Oetzfelde ausgesetzt wurde, rührte die Leser. Inzwischen hat der Tierschutzverein Uelzen Hinweise auf den Eigentümer der Shih-Tzu-Pekinesen-Mischung mit dem süßen Gesicht.

Eine wahnsinnig tolle Tierfreundin. Wir sind froh, dass wir sie haben.

Sven Frels, Schatzmeister des Tierschutzvereins Uelzen

Ebstorf/Lüneburg – Und die kranke Hündin hat eine dauerhafte Pflegestelle gefunden. Eine junge Frau hat das blinde und taube Tier bei sich aufgenommen, berichtet Sven Frels. „Eine wahnsinnig tolle Tierfreundin. Wir sind froh, dass wir sie haben“, sagt der Schatzmeister des Vereins. Die junge Frau, die in Lüneburg lebt, kümmert sich liebevoll um das Tier, das wegen einer blockierten Bandscheibe noch auf Schmerzmittel angewiesen ist.

Als die Polizei Finchen im Uelzener Tierheim einlieferte, war die etwa zehnjährige Mischlingshündin dehydriert und konnte vor Schmerzen nicht laufen. Die Klauen waren bis in die Ballen hineingewachsen, ihre Zähne vereitert – nach Einschätzung der Tierschützer Zeichen einer Vernachlässigung von mindestens einem Jahr.

Finchen läuft viel und ihr Fell glänzt wieder

Die Krallen sind jetzt kurz gepflegt, ebenso das Fell. „Die Hundedame riecht jetzt gut, und das Fell bekommt wieder Glanz und fühlt sich weich an“, teilt Frels mit. Selbst die Inkontinenz hat sich so weit gegeben, dass es nur noch ab und zu ein Malheur gibt. „Mit dieser so erheblichen Verbesserung hat niemand von uns gerechnet und wir freuen uns sehr“, betont Frels.

Dank der Schmerzmittel kann sich Finchen nun auch wieder recht gut bewegen. Sie läuft viel und orientiert sich an den anderen Hunden in der Pflegestelle. „Sie wird blind und taub bleiben“, informiert Frels. „Also ist diese Art der Orientierung für die kleine Hundedame sehr wertvoll und gibt ihr Sicherheit.“ Die Tierfreundin hat extra einen Hunderucksack gekauft, so dass sie die kleine Hündin immer mitnehmen kann, denn Finchen bleibt nicht gerne alleine.

Die vereiterten Zähne müssen noch gezogen werden. Doch bevor die Hündin die Vollnarkose bekommt, soll sie noch zunehmen. „Das ist allerdings nicht so einfach, denn Madame ist krüsch, wie der Hamburger sagt“, weiß Frels. Das heißt, dass sie wählerisch ist und nicht alles frisst. Die Lüneburger Tierfreundin bekocht das Tier und probiert immer Neues aus, damit die Mischlingshündin zunimmt.

Zwei Hinweise auf den Eigentümer

Während Finchen aufgepäppelt wird und ein Zuhause für den Rest ihres Lebens gefunden hat, läuft die Suche nach dem Eigentümer, der das Tier offenbar loswerden wollte. „Wir haben zwei Hinweise bekommen“, berichtet Frels. „Wir wollen das gegebenenfalls polizeilich zur Anzeige bringen.“ Nach Paragraf 3.3 Tierschutzgesetz ist es verboten, „ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.“ Bei Verstößen drohen bis zu 25 000 Euro Bußgeld.

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