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Neue Müllgebühren im Landkreis Uelzen: Vor allem Sperrmüll wird teurer

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Von: Lars Becker

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Wenn der Kreistag zustimmt, dann kostet die Entsorgung von Sperrmüll im Landkreis Uelzen ab dem 1. Januar 2023 elf statt wie bisher fünf Euro je angefangenen Kubikmeter. Das gilt für Privathaushalte und Gewerbetreibende, die die jährlich einmalige kostenfreie Abholung oder Anlieferung von Sperrmüll bereits in Anspruch genommen haben.
Wenn der Kreistag zustimmt, dann kostet die Entsorgung von Sperrmüll im Landkreis Uelzen ab dem 1. Januar 2023 elf statt wie bisher fünf Euro je angefangenen Kubikmeter. Das gilt für Privathaushalte und Gewerbetreibende, die die jährlich einmalige kostenfreie Abholung oder Anlieferung von Sperrmüll bereits in Anspruch genommen haben. © Lars Becker

Nach einer leichten Senkung der Müllgebühren für den Zeitraum von 2020 bis 2022 müssen sich alle Haushalte und Unternehmen im Landkreis Uelzen ab dem 1. Januar 2023 auf eine leichte Erhöhung der Entsorgungskosten beim Abfallwirtschaftsbetrieb (awb) einstellen.

Uelzen/Landkreis – Der Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Landkreises hat sich am Montagabend (5. Dezember( in seiner Sitzung im Betriebshof Oldenstadt – ohne jede Kritik oder Nachfrage – einstimmig dafür ausgesprochen, die Gebührenkalkulation 2023 bis 2025 und die damit verknüpfte Abfallentsorgungssatzung sowie den Wirtschaftsplan 2023 zu beschließen. Das letzte Wort hat der Kreistag am 20. Dezember.

„Wir reden im Abholsystem über einen mittleren Anstieg der Gebühren von zwei Prozent für die nächsten drei Jahre, also weniger als ein Prozent pro Jahr. Das ist in diesen Zeiten sehr ansehnlich“, erläuterte Diplom-Kaufmann Mathias Morgenstern für die Econum Unternehmensberatung, die die neue Kalkulation im Auftrag des Landkreises erstellt hat.

Entsorgungskosten müssen identisch sein

Änderungen ergeben sich vor allem beim Sperrmüll: Neben Privathaushalten können künftig auch alle Gewerbebetriebe einmal jährlich bis zu fünf Kubikmeter kostenlos abholen lassen, alternativ aber auch selbst in Oldenstadt (maximal drei Kubikmeter) oder im Entsorgungszentrum Borg anliefern. „Die Betriebe sind an den Kosten beteiligt, insofern können wir sie nicht ausschließen“, erläuterte Christina Harms, die awb-Betriebsleiterin.

Wer mehr als einmal jährlich Sperrmüll entsorgen will, muss dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen: Pro angefangenen Kubikmeter sind elf statt bisher fünf Euro zu zahlen. Diese Gebührenhöhe sei notwendig, betonte Morgenstern, der auf eine Mischkalkulation von subventionierter Entsorgung (etwa bei Bioabfällen) und betriebswirtschaftlichen Erfordernissen sprach. Beispiele für die Veränderung der Gebühren sind ganz unten aufgeführt.

Abgerechnet wird in Oldenstadt der Sperrmüll künftig je Viertel- statt in vollen Kubikmetern. „Das ist fairer für Bürger. Wir wollen und müssen die Gleichbehandlung von Oldenstadt und Borg gewährleisten, überall muss die Entsorgung identisch kosten“, so Morgenstern, der darauf verwies, dass es am Betriebshof keine Waage gibt, sondern nur in Borg, wo die Gebühren daher nach Megagramm abgerechnet werden.

Defizite werden aus Rücklage kompensiert

Der Jahresabschluss des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft für das Wirtschaftsjahr 2020 mit einer Bilanzsumme von fast 29 Millionen Euro weist einen Jahresfehlbetrag von knapp 1,8 Millionen Euro aus, der für 2021 mit einer Bilanzsumme von etwas mehr als 31 Millionen Euro ein Minus von rund 419 000 Euro. Die beauftragten Abschlussprüfer der BRS Treuhand aus Hannover empfahlen, die Defizite mit den Gewinnrücklagen zu verrechnen. Dem stimmte der Betriebsausschuss Abfallwirtschaft am Montagabend einstimmig zu.

Wie awb-Chefin Christina Harms erläuterte, sieht der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr „keine großen Investitionen“ vor, weil Projekte angesichts von Lieferengpässen grundsätzlich schwierig umzusetzen seien. Viele Firmen seien so stark ausgelastet, dass Ausschreibungen des Öfteren wiederholt werden müssten. Offene Stellen sollen aber besetzt werden.

So verändern sich die Müllgebühren konkret

Nachfolgend einige Beispiele für die geplante Neukalkulation der Müll-Leistungsgebühren für den Zeitraum 2023 bis 2025:

Restabfalltonne 120 Liter, Leerung 14-täglich: alte Gebühr 166,80 Euro, neue Gebühr: 172, 80 Euro

Restabfalltonne 240 Liter, Leerung 14-täglich: alte Gebühr: 334,80 Euro, neue Gebühr: 345,60 Euro

Bioabfalltonne 120 Liter, Leerung 14-täglich: alte Gebühr: 38,40 Euro, neue Gebühr: 39,00 Euro

Bioabfalltonne 240 Liter, Leerung 14-täglich: alte Gebühr: 77,40 Euro, neue Gebühr: 78,00 Euro

monatliche Leihgebühr für zusätzl. Behälter (z.B. Grünabfall): alte Gebühr: 5 Euro, neue Gebühr: 10 Euro

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