Nein zum „Reese-Bogen

Die Schafwedeler sind gegen die Verlegung der Trasse in Richtung Osten, möchten die Trasse etwas verändern (grüne Linie). Karte: Staßenbauverwaltung

wm Schafwedel. Die Schafwedeler wollen den Schwenk der A 39 – den sie übereinstimmend "Reese-Bogen" nennen – nicht. Das wurde bei einem Treffen der Gruppe in der Küche von Christiane Pauloweit und Kai-Uwe Sander einmütig festgestellt. Die Gruppe hatte sich noch einmal getroffen, um über die optimierte Vorzugstrasse zu sprechen und ihre Bedenken zu formulieren. Die wurden fristgerecht bis Ende Februar bei der Landesbehörde für Straßenbau in Lüneburg eingereicht, erklärt Kai-Uwe Sander auf AZ-Nachfrage.

Die optimierte Trasse soll, wie berichtet, bis zu zwei Kilometer östlicher als vorgesehen an Bad Bodenteich vorbeiführen, am Rande der Seewiesen. Im Klartext bedeutet das, so Samtgemeinderatsherr Sander, zwei Kilometer dichter an Schafwedel. "Wurde Schafwedel schon durch die bisher geplante Trasse stark tangiert, verschlechtert sich die Situation jetzt natürlich zusehends", kritisiert die Gruppe.

Die unmittelbare Nähe der Autobahn zum Ort (Entfernung circa 200 Meter) und dazu Wind, der häufig aus Westen bläst, das sind die beiden wichtigsten Argumente, die diskutiert wurden – sowohl von Gegnern als auch von Befürwortern der neu entstehenden Fernstraße. Denn eigentlich gibt es für die Schafwedeler keinen Grund für diese neuen Planungen. Sehe man einmal von manch politisch Verantwortlichem ab, dessen Stimme schon oft in der Vergangenheit zu hören war: Für die A39 – aber außer Sichtweite von Bad Bodenteich.

Zu verhindern ist der Bau der Autobahn wohl nicht mehr, waren sich die Schafwedeler auf dem Treffen einig. Und ob sie nun wirklich die von vielen diskutierten Vorteile bringen werde, sei dahingestellt. Das müsse die Zukunft zeigen. "Fakt ist aber", so Sander zur AZ, "dass bei so einem nicht unerheblichen Eingriff in die Landschaft vor allen Dingen zwei Sachen berücksichtigt werden müssen: Wie hält man den Landschaftsverbrauch möglichst klein?" Das sei mit der bisherigen Trassenführung besser gelungen als mit der neuen. Und wie könne man den Menschen, die direkt an dieser Autobahn wohnen müssten, noch eine einigermaßen hohe Lebensqualität bieten? Das erreicht man aber auf keinen Fall, indem man die Ziele Einzelner über das Allgemeinwohl setzt, kritisieren die Schafwedeler.

Die Autobahntrasse war auch Diskussionsthema gestern Abend beim Dorfrechnungstag im Landgasthof Schafwedel.

Im April wird es einen erneuten Erörterungstermin zur neuen Trassenplanung geben. Jeder verantwortungsvolle Bürger sollte bis dahin noch seine Stimme nutzen und sich einmischen, fordern nicht nur Sander und seine Mitstreiter.

Erschienen: 01.03.2007: AZ / 51 / Seite:17

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare