De nee’e Doktor

Dr. Müller hett eenen nee’n Assistenten, dan alle gern lieden mögt. De kann Platt und seggt jedem glieks, wat los is. Schnakt door nich sün latinschen Prüünkram rüm.

Buhrs Jochen de ole Knecht, het Buukwehdag und sitt nu bi Dr.Meier, dan nee’en Arzt. Weil he Bukkniepen und dulle Liefwehdag hett und aff und an ok breeken mutt, ünnersocht em Meier und meent: „Hest woll jetzt all unriepe August-Appel äten und glieks Waader up drunken, und nu rumort dat in dien Buk. Musst woll sehn, dat du rechtiedig nan Kloo, nan’n Papst, nan Parremant kummst, stimmt doch, nich wohr? Du hest dienen Magen verdorben.“

„Ja“, seggt Jochen, „heff all gornix mehr in Lief, heff all Kamillentee drunken.“

„Ik schriew dik Tabletten und Zäpchen up. De Zäpfchen nimmst du ,anal’ und de Tabletten ,oral’“

„Wat heet denn dat, ,anal’ und ,oral’“, fragt Jochen?

„Richtig, dat kannst du je nich verstahn, dat is je Latinisch, Oral is de Mund, heet, de Tabletten musst du in Mund innehmen, „Anal,“ bedüüt Moors, de Zäpfchen musst in Hinnersten stäken.“

„Hinnersten?“, meen Jochen, „denn möt de je t’rüchwarts na‘n Magen, mutt ik denn dull suugen? Wie söllt de denn trüchwarts dor hen kommen dörch dan ganzen Darm?“

„Keen Angst“, beruhig em Dr.Meier, „de wirkt ok so öwern Darm. Kamillentee kannst du aber wieder drinken, bet dat beeder ward ät man eerst mal Zwieback.“

As twee Dag löter Dr. Meier siene Kranken besöcht, steiht Jochen jüst vör de Port. Doktor Meier holt sien Auto an, dreiht de Finstrerschief dal und fragt: „Na alles kloor, schmeckt dat all wedder een be’t’n? Seggen se mal, ik söök hier in Dörp de Familie Fischer, weet se wo de wahnt?“

„Ja“, seggt Jochen, „und Herr Dokter, mit mien Buuk is alles kloor. Ik heff nich mehr breeken mößt, mik hett keen Äten mehr t’rüchwarts dörch dan Kopp gahn. Ik kann all wedder housten, ohne dat sick een Gewitter ankündigt. De Ünnerböxen bruk ik nich mehr waschen. Heff hüt all richtig wedder äten, de ,anale’ und de ,orale’ Medizin hett holpen.

Se söökt Fischers, door sind se veel to wiet föhrt, de wahnt an Anfang von Dörp, door möt se meist een Kilometer t’rüchföhrn.“

„T’rüchföhrn“, fragt Dr.Müller, „ik mutt t’rüchföhrn?“

„Nee“, meen Jochen, „t’rüchföhrn bruukt se nich, se könnt up uns Hoff ümdreinhn, und denn könnt se wedder vörwarts föhrn. Heff gornich wüßt, dat Fischer ok Dörchfall hett, de hebbt doch keene gröne August-Appel.“ Wat har man fröher vör schöne Appel. De „Augustappel“ und de „Prinzappel,“ dat wärn de fröhen Sorten. „Grafensteiner“ harn eenen anderen Geschmack as hüt, de wärn ganz saftig. Denn de „Uelzer Rambur“, de „Celler Dickstiehl,“ de „Goldparmän,“ de „Boskoop“ und toletzt de roode „Isappel.“

Hüt brukst du nich töben, bet de Appel sowiet sind, kannst to jeder Johrestied riepe Appel ut de ganzen Welt kööpen. Dat giern na riepe Appel is vörbie. Geld ward ok knapp, vörn Appel und een Bodderbrot kriggst ok kuum noch wat.

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über die hiesige Region.

Von Carl Friedrich Bautsch

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