Natur unter der Lupe

Vorbereitung auf die A 39: In einem Korridor von bis zu 400 Metern beidseits der geplanten Autobahntrasse beginnen bald Kartierungsarbeiten.Grafik: Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Von Bernd SchossadowskiUelzen/Landkreis. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr treibt die Vorarbeiten für den Bau der A39 weiter voran. Um eine verlässliche Datengrundlage zu erhalten, beginnen Ende Februar detaillierte Kartierungsarbeiten im Bereich der geplanten Autobahntrasse. In einem Korridor von jeweils bis zu 400 Metern rechts und links der vorgesehenen Linienführung ermitteln Ingenieurbüros im Auftrag der Landesbehörde den Biotop- und Tierbestand. Diese naturschutzfachliche Prüfung läuft parallel zur Straßenbauplanung für die A39 und wird voraussichtlich bis Ende Oktober 2010 dauern.

"Die Arbeiten dienen lediglich der Vorbereitung der Planung und sind nicht Gegenstand der Planung", erklärt Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde. Der Trassenabschnitt, der untersucht wird, erstreckt sich vom Osten Lüneburgs bis westlich von Wittingen. Für die Bestandsaufnahme stellen die Ingenieurbüros unter anderem Horchkisten auf, mit denen Fledermäuse und andere Tierarten erkundet werden können. Es werden aber auch Bleche ausgelegt, die als Auffangbehälter für Käfer und Insekten dienen.

"Mit dieser Untersuchung wollen wir prüfen, ob wir die geplante Trasse der A39 vielleicht um ein kleines Stück verschieben müssen. Der Verlauf ist nämlich noch nicht metergenau festgelegt, es gibt hier noch ein gewisses Wackelmaß", erläutert Möller. Aus den Ergebnissen der Kartierungsarbeiten soll dann der so genannte landschaftspflegerische Begleitplan erstellt werden.

Für die Vorarbeiten müssen die Mitarbeiter Wege und Straßen begehen, private Grundstücke betreten und dort Hilfsmittel zur Kartierung aufstellen. Die betroffenen Flächen im Kreis Uelzen liegen in den Gemeinden Bienenbüttel, Bad Bevensen, Römstedt, Weste, Altenmedingen, Oetzen, Rätzlingen, Wrestedt, Wieren, Bad Bodenteich, Soltendieck, Lüder und östlich der Stadt Uelzen.

"Nach dem Bundesfernstraßengesetz sind die Bürger verpflichtet, den Mitarbeitern für diese Erhebung Zutritt zu ihren Grundstücken zu gewähren", betont Möller. Für mögliche während der Untersuchung entstehende Flurschäden oder Vermögensnachteile würden die Grundeigentümer entschädigt. Eine Beeinträchtigung des Straßenverkehrs in dem genannten Korridor sei nicht zu erwarten, versichert der Behördenleiter.

Wer sich für die Planunterlage für die Kartierungsarbeiten oder für die Linienbestimmung der Autobahntrasse interessiert, kann diese im Internet einsehen. Die Adresse: www.strassenbau.niedersachsen.de.

Erschienen: 06.01.2009: AZ / 4 / Seite:2

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