Neubau-Gegner sehen sich durch Baustopp und Tourismuskampagne im Aufwind

Natur statt Altmark-Autobahn 14

+
(Symbolfoto)

Salzwedel. Erst verhängt das Oberverwaltungsgericht Leipzig einen vorläufigen Baustopp für die Autobahn 14, jetzt läuft die neue Marketingkampagne „Grüne Wiese“ für die Altmark an – zwei Vorgänge, die der Bürgerinitiative Westliche Altmark nach schwierigen Jahren jetzt Rückenwind bescheren.

Und so platzte der Saal der Gaststätte „Eisen Carl“ am Dienstagabend aus allen Nähten, als die BI über den Sachstand der geplanten Autobahnen 14 und 39 berichtete.

„Wir haben immer gesagt, dass die Altmark ein unberührter Naturraum ist, den es mit allen Mitteln zu erhalten gilt“, betont BI-Sprecher Werner von dem Knesebeck. Und auf diesen Naturraum würden die Landkreise Salzwedel und Stendal bei der neuen Kampagne ja ganz bewusst setzen. „Weil man hier findet, was man in Großteilen Deutschlands vergeblich sucht: Stille und unberührte Natur“.

Deutlich zurückhaltender ist von dem Knesebeck allerdings in seinem Urteil über die Qualität der Kampagne. Eine „grüne Wiese auf Schwarzweiß-Plakaten zu verkaufen, ist sicher schon gewagt“, formuliert er diplomatisch. Doch dem Natur-Tourismus stünde der Ausbau von Bundesstraßen inklusive Ortsumgehungen nicht im Wege – ganz wie es die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalts vorsehe, laut der jeder Bürger verpflichtet sei, Natur und Umwelt zu schützen.

Auf diesen Passus beruft sich auch BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf. Er hatte sich in den vergangenen Monaten Kritik und auch Anfeindungen aus der Politik ausgesetzt gesehen, weil er den Bau der so genannten Altmark-Autobahn 14 mit allen Kräften verhindern wolle.

Das OVG Leipzig bestätigte nun vom BUND festgestellte Planungsfehler, die Behörden müssen nachbessern. „Der BUND tut nichts anderes, als gesetzeskonform das zu unternehmen, was seine Aufgabe ist“, betonte Wendenkampf Dienstagabend in Salzwedel. Wenn das Verkehrsministerium des Landes im Alleingang vorpresche, dürfe es sich nicht wundern, „wenn die Angelegenheit letztlich vor Gericht landet“. Es sei nicht Aufgabe des Gerichtes gewesen, Alternativen zum Autobahnbau zu prüfen, betonte der BUND-Landesgeschäftsführer: „Die Richter prüfen nur, ob die Autobahn planerisch korrekt umgesetzt wurde.“

Die BI Westliche Altmark schlägt derweil vor, die geplante Bundesstraße 190n von Pretzier parallel zur Bahnstrecke Salzwedel-Stendal zu planen. So war man auch bei der zweiten Querspange zwischen den Autobahnen, der B 188 zwischen Gardelegen und Stendal, in weiten Stücken verfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare