Polizei warnt vor Telefonbetrügern

Nächste Welle der „Schock-Anrufe“ schwappt nach Uelzen und Bevensen

Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. Viele ältere Menschen auch in Brandenburg fallen immer wieder auf den sogenannten Enkeltrick herein. (zu "Enkeltrick beliebte Masche bei Betrügern") +++ dpa-Bildfunk +++
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Raffinierte Telefonbetrüger erfinden perfide Geschichten, um auch in der Region vornehmlich Senioren zu verängstigen und um ihre Ersparnisse zu bringen.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Die Polizei wird nicht müde, vor Telefonbetrügern zu warnen, die alte Menschen ausnehmen wollen. Kein Wunder: Die nächste Welle der sogenannten „Schock-Anrufe“ schwappt seit Tagen durch die Region.

Uelzen/Landkreis – Sie geben vor, Sohn, Tochter, Enkel, Polizist oder Arzt zu sein. Sie haben nur ein Ziel: das Opfer mit einer perfiden, frei erfundenen Geschichte um Bargeld und andere Wertgegenstände zu bringen. Mal ist es eine private Notlage, dann ein Unfall, eine Krankheit – oder vermeintlich polizeilicher Schutz vor Ganoven.

Raffinierte Telefonbetrüger treiben nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaften in „Wellenbewegungen“ ihr Unwesen – frei nach dem Motto: heute hier, morgen dort. Aktuell häufen sich solche Vorfälle in der Region wieder. Daher warnt die Polizei einmal mehr mit Nachdruck vor diesen Maschen.

Chancen erhöhen, nicht Opfer zu werden

„Wir können nur hoffen, dass das möglichst viele Menschen mitbekommen – Ältere selbst, aber vor allem auch deren Angehörige. Unser Appell: Sprechen Sie möglichst oft miteinander darüber. Im besten Fall vereinbaren Familien sogar, wie man sich am Telefon meldet und klären, dass niemals mit einer unterdrückten Rufnummer angerufen wird. Zusammen lassen sich Telefonnummern in den meisten Geräten abspeichern. Das alles erhöht die Chance, nicht Opfer zu werden“, sagt Antje Freudenberg, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.

Sie betont: „Diese Betrüger sind unglaublich geschickt. Deshalb kann jeder Opfer werden. Das ist wie beim Taschendiebstahl, vor dem jeder gefeit zu sein scheint – und dann ist plötzlich Handy oder Portemonnaie weg. Schockanrufe und Enkeltrick sind nicht neu, werden aber immer wieder abgewandelt.“

In Bad Bevensen und in Uelzen gab es sogenannte „Schock-Anrufe“ von angeblichen Ärzten und Krankenhausmitarbeitern, die angaben, dass ein Angehöriger schwer erkrankt sei und man dringend ein Medikament benötige, das eingeflogen werden müsse. Die AZ berichtete erst Dienstag von einem solchen Fall, in dem 14 000 Euro gefordert worden waren. Laut Polizei wurden aber sogar bis zu 90 000 Euro verlangt. Beute machten die Betrüger diesmal nicht, auch nicht als „falsche Polizisten“. Alle Angerufenen reagierten richtig, beendeten die Gespräche und informierten die echten Ermittler.

Diese wichtigen Tipps gibt die Polizei

  • Seien Sie misstrauisch!
  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen und vereinbaren Sie Verhaltensweisen!
  • Geben Sie nie Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten!
  • Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür!
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen!
  • Überweisen Sie niemals Geld, wenn Sie per WhatsApp-Nachricht dazu aufgefordert werden.
  • Fahren Sie niemals auf Aufforderung zu Ihrer Bank, um Ersparnisse abzuholen!
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes werden, wählen Sie den Polizei-Notruf.

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