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Mittagessen an Uelzens Schulen wird teurer

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Von: Norman Reuter

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An den Uelzener Ganztagsschulen wird in den Mensen aufgetischt. Jetzt steigt der Preis fürs Schulessen.
Mahlzeit! An den Uelzener Ganztagsschulen wird in den Mensen aufgetischt. Jetzt steigt der Preis fürs Schulessen. © Jens Kalaene

Die Preise für das Essen an Uelzener Grundschulen steigen. Das trifft auch für weiterführende Schulen zu. Der Lieferant aus Lüneburg äußert sich im AZ-Gespräch zu den Gründen.

Uelzen/Landkreis – Das Mittagessen an Uelzener Grundschulen sowie an weiterführenden Schulen wird im November teurer. Der Preis für ein Mahl in den Mensen der städtischen Ganztagsgrundschulen steigt von vier Euro auf 4,30 Euro – und zwar zum 14. November. Bekannt ist auch, dass für das Essen an den beiden Gymnasien in der Hansestadt tiefer ins Portemonnaie gegriffen werden muss. Hier liegt der Betrag, der von Schülern beziehungsweise deren Eltern für ein Essen zu bezahlen ist, künftig bei 4,50 Euro.

Es ist Daniel Fleischer, Schulleiter des Lessing-Gymnasiums sowie Elternteil, dessen Nachwuchs die Lucas-Backmeister-Schule besucht, der in der Einwohnerfragestunde des städtischen Schulausschusses die neuen Preise thematisiert. Für das Lessing-Gymnasium, an dem bisher 3,80 Euro zu zahlen gewesen seien, habe er berechnet, dass die Steigerung bei gut 20 Prozent liege.

Uelzens Erster Stadtrat, Florian Ebeling, der auch für den Bereich Schulen zuständig ist, legt in der Sitzung Wert auf die Feststellung, dass es eine vergleichbare Steigerung bei den Grundschulen nicht gebe. Mit den zusätzlichen 30 Cent liege man bei unter zehn Prozent.

Lieferant für die Grundschulen und auch für die Gymnasien ist die Feinschmeckerei GmbH mit Sitz in Lüneburg. Deren Geschäftsführer Michael Meyer erklärt gegenüber der AZ, dass die unterschiedliche Preisgestaltung einerseits auf die Portionsgrößen zurückgehe. Andererseits würden an weiterführenden Schulen auch weit weniger Schüler auf eine Mahlzeit in der Mensa zurückgreifen. Sie gingen öfter zum Bäcker oder nutzten andere gastronomische Angebote. „An den Grundschulen kommen wir auf eine Abdeckung von 60 bis 80 Prozent. An den weiterführenden Schulen auf 20 bis 25 Prozent“, führt Meyer aus. Infolgedessen sei auch die Wirtschaftlichkeit eine andere.

Dass sein Unternehmen die Preise anheben müsse, sei den Kostensteigerungen für Personal, Lebensmittel und Energie geschuldet. „Wir haben nun einen Mindestlohn von zwölf Euro“, sagt Meyer. Für Öl müsse er inzwischen das Doppelte bezahlen, für Milch etwa 30 Prozent mehr aufbringen. „Dazu kommt Gas und Strom sowie die Kosten für Benzin“, schildert Meyer.

Kitas werden ebenfalls vom Unternehmen beliefert, auch hier sei eine Preisanpassung erforderlich, sagt Meyer. Er glaubt auf Verständnis zu stoßen: „Die Eltern gehen einkaufen, sie tanken und wissen, was das alles jetzt kostet.“

Im Schulausschuss ist es Hans-Jürgen Heuer (CDU), der nachfragt, ob ein bei Preissteigerungen geltendes Sonderkündigungsrecht genutzt werden könnte, um noch einmal in den Wettbewerb einzusteigen. Florian Ebeling rechnet vor, dass in Bezug auf die Grundschulen am Ende des Monats sechs Euro mehr zu zahlen sind. „Das ist kein Wucher“, sagt der Erste Stadtrat. Und bei finanziell schwächer ausgestatteten Familien helfe das Teilhabepaket.

Was den Wettbewerbsgedanken betrifft, so verweist Michael Meyer darauf, dass die Zahl der Lieferanten für Schulessen überschaubar ist. „Wir kochen jeden Tag noch frisch“, sagt er.

Bei der Zubereitung orientiere sich die Feinschmeckerei an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die einen Mix aus Fleisch- und Fischgerichten, aber auch einen Tag mit vegetarischem Essen vorsehen. Auch zukünftig sei das für sein Unternehmen die Richtschnur.

KOMMENTAR: Kein Grund für einen Aufschrei

Von Norman Reuter

Dem Mahl in der Mensa kommt von je her eine besondere Aufmerksamkeit zu. Gesund soll es sein. Und die Elternhäuser nicht zu sehr finanziell belasten, damit dieses Angebot eines warmen Mahls auch angenommen wird. Nicht wegzudiskutieren ist, dass dem Schulessen bei Familien, bei denen ein regelmäßiger Mittagstisch für Kinder nicht erwartet werden darf, besondere Bedeutung zukommt. Jungen und Mädchen sollen gut ernährt sein.

Ein Grund für einen Aufschrei wegen der steigenden Preise ist (noch) keiner zu erkennen: Es hilft das öffentlich finanzierte Teilhabepaket. Wobei Eltern, die sich um die Finanzierung des Schulessens Sorgen machen, klären sollten, ob sie davon profitieren können. Aber es ist schon erstaunlich, wie lang die Schlangen noch vor Schnellrestaurants sind, wie oft auch noch auf andere Gastronomien zurückgegriffen wird. Da sind die Preise ganz andere als in den Mensen.

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