Vorstoß für kontrollierte Öffnung der Hotels in der Region zu Ostern

Urlaub mit Schnelltest

Radfahrer auf einer Ilmenaubrücke
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Im Freien, hier Radfahrer an der Ilmenau bei Bad Bevensen, ist die Infektionsgefahr am geringsten, argumentiert Lüneburger-Heide-Chef Ulrich von dem Bruch
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Hotels sollen zu Ostern wieder kontrolliert öffnen dürfen, schlägt die Lüneburger Heide GmbH vor. Möglich machen sollen das Schnelltests und Lüftungskonzepte.

VON GERHARD STERNITZKE

Bad Bevensen/Landkreis – Der Ruf nach einer Öffnung der Tourismusbranche wird lauter. Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, die auch den Landkreis Uelzen betreut, schlägt jetzt vor, dass Hotels ab Ostern wieder kontrolliert öffnen. Kontaktloser Check-in, Hygiene und die Weite der Heide hätten schon im Vorjahr gut funktioniert.

Wir hatten in 2020 keinen einzigen bekannten Coronafall bei einem Urlauber.

Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer Lüneburger Heide GmbH

„Wir wollen zusätzlich ein Lüftungskonzept einführen und die Gäste nur bei negativem Schnelltest empfangen“, schlägt von dem Bruch vor. Der Vorschlag sei mit den Tourismusverantwortlichen der Landkreise abgestimmt. Immerhin seien die Betriebe in einem Jahr Corona volle sechs Monate geschlossen gewesen. Das sei eine ernorme Belastung für die Betriebe, aber auch für die Mitarbeiter, die sich in Kurzarbeit befinden. „Es muss wieder geöffnet werden. Die Betriebe schreien danach“, macht auch Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing deutlich.

Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH: „Es muss wieder geöffnet werden. Die Betriebe schreien danach.“

„Wir hatten in 2020 keinen einzigen bekannten Coronafall bei einem Urlauber“, argumentiert von dem Bruch. Alle Gastgeber waren nach seiner Auskunft aufgefordertzu melden, wenn in den Unterkünften Fälle auftreten und die Reise abgebrochen werden muss. „Alle waren sehr sensibel zu diesen Thema“, betont er.

Der Aufenthalt im Freien sei nach Studien ungefährlich ist. „Je mehr wir die Menschen nach draußen bringen, desto weniger können sie sich anstecken. Hier kann der Tourismus helfen“, folgert von dem Bruch. Mit der Möglichkeit, sich draußen zu bewegen, hat auch Bad Bevensen im vorigen Jahr gepunktet.

„Wir haben gezeigt, dass es geht“, betont Kreutz. „Die Betriebe haben Hygienekonzepte entwickelt.“ Und die hätten funktioniert. Die Hotels hätten Tische auseinandergerückt und Einbahnregelungen auf Gängen eingeführt. Zusätzlich könne man Lüftungskonzepte erstellen. Für das Kurhaus gibt es bereits so ein Konzept, das genau regelt, bei wie vielen Personen, in welchen Abständen gelüftet werden muss.

Michael Schwarz, Inhaber des Bevenser Parkhotels und Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), weist auf den erhöhten Aufwand für die Betriebe hin. Regelmäßig würden Handläufe und Türklinken desinfiziert. Zusätzliche Dokumentationspflichten seien entstanden – zukünftig vielleicht auch für Schnelltests, die Urlauber nach dem Vorschlag mitbringen sollen. „Der Kunde muss sich auch darüber im Klaren sein, dass Reisen teurer wird bei den Hygienemaßnahmen, die geleistet werden müssen“, erklärt Schwarz. Mit 10 bis 20 Euro pro Übernachtung müssten die Urlauber rechnen.

Vermieter und Gastronomen bräuchten jetzt Planbarkeit. Es dauere, bis die Urlauber wiederkommen, Mitarbeiter reaktiviert und Kühlhäuser aufgefüllt sind. Und ohne die Therme in Bad Bevensen müsse sich der Hotelier überlegen, ob es überhaupt lohnt, zu öffnen.

Ein hoher Hygienestandard in den Hotels sei jedenfalls gewährleistet, zumal die Hotels in der Kurstadt mit maximal 70 bis 80 Zimmern nicht so groß und auch nicht gleich voll ausgelastet seien. Zumal die Gäste sich überwiegend sehr rücksichtsvoll verhalten hätten.

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