"Mit allen Mitteln schön rechnen"

mr Uelzen/Landkreis. Der geplante Lückenschluss der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg wird teurer als bei Planungbeginn im Jahr 2003 angenommen. Das Bundesverkehrsministerium erwartet jetzt pro Kilometer rund 300000 Euro Mehrkosten, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage von Bundestagsabgeordneten der Bündnisgrünen.

Die rund 110 Kilometer lange Strecke wird damit mehr als 600 Millionen Euro kosten. Die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte kritisiert, die A39 werde "mit allen Mitteln schön gerechnet". Bei der parallel geplanten A14 zwischen Magdeburg und Schwerin verdoppeln sich fast die Kosten. "Das dicke Ende bei der A 39 kommt noch", prophezeit Staudte. Das Verkehrsministerium begründet die Kostensteigerungen bei der A 14 mit "der fortschreitenden Planungstiefe und dem zunehmenden naturschutzfachlichen Planungsumfang". Die aktuellen Kosten betragen für die A14 rund 8,3 Millionen Euro pro Kilometer, bei der A39 liegen sie bei 5,8 Millionen Euro. Die Kosten pro Kilometer "werden projektspezifisch auf der Grundlage des erreichten Planungsstandes" kalkuliert und seien nicht vergleichbar, betont das Ministerium. "Scheibchenweise nähern wir uns der tatsächlichen Wirtschaftlichkeit", kommentiert die Lüneburger Grüne..

Nach Informationen des Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols hat der Bund inzwischen eine Tunnel-Lösung für die A39 durch Lüneburg genehmigt. Die Ostumgehung werde auf einer Länge von 400 Metern untertunnelt, um den Ortsteil Moorfeld zu entlasten.

Für das Verkehrsprojekt läuft momentan die Detailplanung. Gestern hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr offiziell die Entwurfsplanung für den letzten Abschnitt aufgenommen. Eine Projektkonferenz bildete den Auftakt für die konkrete Ausarbeitung des Planungsabschnitts zwischen Uelzen und Bad Bodenteich.

Eine Planfeststellung für die ersten Bauabschnitte der A39 soll im Jahr 2013 vorliegen.

Erschienen: 02.12.2009: AZ / 282 / Seite:1

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